Liebe Mitreisenden,

nach unserem kurzen Abstecher nach Eswatini ging es endlich ans Meer! Einen Urlaub ohne Meer kann ich mir tatsächlich schwer vorstellen. Dafür genieße ich den Moment, wenn meine Füße zum ersten Mal Sand und Meerwasser berühren viel zu sehr…

Ihr könnt euch also vorstellen, dass ich es sehr sehr eilig hatte nach St. Lucia zu kommen. Im Hotel in Eswatini wurden wir schon gewarnt, dass St. Lucia ein sehr touristischer Ort sei. Wir haben uns davon aber erstmal nicht abschrecken lassen. Schließlich wollten wir nicht wegen der Restaurants, dem Deep Sea Fishing, Vogelparks oder sonstiger Touri-Attraktionen nach St. Lucia.

Einquartiert haben wir uns im Oppi Rotse Guesthouse, in der Kingsfisher Road. Sehr praktisch – man kann sich die Straßennamen in St. Lucia sehr schnell einprägen, und wenn man sich mal verlaufen hat, einfach nach Flamingo, Tuna, Sandpiper, oder eben der Kingfisher Road fragen.

Die Fahrt nach St. Lucia war ziemlich anstrengend und nach dem langen Sitzen brauchten wir definitiv noch etwas Bewegung. Schuhe an, Kamera eingepackt und los zum Strand. Tatsächlich waren wir die Einzigen, die auf der 2km langen Strecke gelaufen sind – und das auch noch Richtung Strand.

Der Main Beach – was soll ich sagen. Wir haben ja schon viele Strände gesehen. Aber bei diesem hat es uns echt die Sprache verschlagen. So eine raue Schönheit… Es war super windig, bewölkt und der Strand war tatsächlich menschenleer.

Für mich gab es nur noch eins: Schuhe wieder aus und losgerannt Richtung Wasser. Warum weiß ich gar nicht mehr, aber ich hatte doch mit etwas wärmerem Wasser gerechnet. Tatsächlich war es eisekalt und meine Füße haben sich schnell angefühlt wie Eiswürfel. Machte aber nichts, hab trotzdem gestrahlt wie ein Honigkuchenpferd und um meine kalten Füße musste sich Christian später kümmern ;-).

So richtig weiß ich gar nicht, was ich mit meiner Kamera angestellt habe, aber unser Lieblings-Südafrika-Urlaubsbild ist tatsächlich an diesem wuuunderschönen Strand entstanden…

St. Lucia Main Beach - Lieblingsbild
St. Lucia Main Beach - Wüste pur
St. Lucia Main Beach - Erster Tag am Meer
St. Lucia Estuary Boardwalk - Hasenmann
St. Lucia Main Beach - Ordentlich durchgepustet
St. Lucia Main Beach - Ein Traum

Wir haben dann plötzlich Gesellschaft bekommen – kleine Äffchen und Mangusten haben doch tatsächlich den Picknickplatz am Strand komplett für sich eingenommen – Was ein Geschrei.

Auf dem Rückweg hat uns ein Einheimischer sogar angeboten, uns mitzunehmen – es wurde nämlich schon langsam dunkel. Und da kann es vorkommen, dass einem die „Townies“ einen gehörigen Schrecken versetzen. In St. Lucia leben nämlich jede Menge Flusspferde und die werden hier liebevoll „Townies“ genannt. Die Meisten von ihnen bleiben auch da wo sie hingehören und zwar im Wasser oder am Uferbereich. Die berühmten Townies spazieren aber nachts tatsächlich durch St. Lucia und machen die Straßen unsicher. Also ist man entweder im Dunkeln in der Unterkunft, oder man tritt halt den Rückzug an, wenn die Townies über die Straßen flanieren.

Wir hatten erstmal Hunger und standen um Punkt 18:00 Uhr vorm Supermarkt – der gerade geschlossen hatte. An die Öffnungszeiten haben wir uns noch nicht so gewöhnt. Zum Glück gibt es in St. Lucia nicht nur einen Supermarkt. Der Nächste hatte länger geöffnet, war dafür aber schon komplett auf Weihnachten getrimmt. Im Hintergrund liefen Weihnachtslieder und die Mitarbeiter hatten rote Zipfelmützen auf. Zum Security-Mann am Eingang habe ich dann „Merry Christmas“ gesagt. Erst hat er ganz verdutzt geschaut, musste dann aber laut lachen. Kichernd bin ich dann durch den Elfeneingang – wenn schon denn schon.

St. Lucia - Achtung Townies
St. Lucia Estuary Boardwalk - Achtung Krokodile
iSimangaliso Wetland Park - Äffchen
St. Lucia Main Beach Manguste

Am nächsten Tag ging es dann endlich zu den Hippos

Das Boot Shoreline 1 wartete schon früh am Siyabonga Jetty auf uns. Glückliche Fügung – auf das Boot passen nur 15 Leute. Tatsächlich waren wir nur zu acht auf dem Boot und Dennis, unser Skipper, war echt super. Warum glückliche Fügung? An uns vorbei fuhr der Advantage Cruiser. Der Anbieter ist bekannter und auf das Boot passen 40 Leute. Sah eher aus wie in einer Sardinenbüchse mit Geschubse ohne Ende. Also immer nach den kleinen Anbietern schauen ;-). Nach einer ausführlichen Sicherheitsunterweisung ging es auch schon los. Wir mussten gar nicht weit fahren, in St. Lucia leben etliche Hippos. Während der zweistündigen Tour haben wir super viel gelernt und das nicht nur über Hippos, sondern auch Krokodile und etliche Vogelarten.

St. Lucia Estuary - Bootstour
St. Lucia Estuary - Hippos IV
St. Lucia Estuary - Babykrokodil
St. Lucia Estuary - Frosch
St. Lucia Estuary - Hippos III
St. Lucia Estuary - Hippos II
St. Lucia Estuary - Krokodil
St. Lucia Estuary - Fischadler
St. Lucia - Boot für 15 Personen

Im Anschluss hatten wir aber noch eine Mission…

Vielleicht erinnert ihr euch noch – im Kruger National Park haben wir von den Big Five nur die Big Three (Elefant, Büffel und Löwe) gesehen. Im iSimangaliso Wetland Park, den man von St. Lucia aus in wenigen Minuten erreichen kann, gibt es tatsächlich Nashörner. Auf der Besucherkarte waren sogar Leoparden abgebildet und wir haben uns schon gefreut, dass wir die Big Five voll machen können… Die netten Ranger haben uns aber zum Glück, direkt am Eingang jegliche Illusionen genommen – die Leoparden leben in dem Teil des Parks, der nicht öffentlich zugänglich ist. So war gleich klar, dass ich nicht auf jeden Baum gucken muss – auf der Suche nach den kleinen Kätzchen.

Der iSimangaliso Wetland Park ist nicht ganz so bekannt, was wir gar nicht nachvollziehen können. Denn er ist wirklich wunderschön. Und man ist fast allein. Die Unbekanntheit zeigt sich auch im Eintrittspreis. Statt 744 Rand (ca. 47 €), wie im Kruger National Park, kostete uns ein Tag im iSimangaliso Wetland Park nur 163 Rand (ca. 10 €). Und es lohnt sich auf jeden Fall.

Was mir besonders gut gefallen hat, ist dass der Park unfassbar grün ist. Zebras auf einer riesigen, grünen Wiese – ein toller Anblick. Tatsächlich ist die Landschaft total abwechslungsreich. Wir hatten einen schönen Ausblick auf’s Meer, sind an Seen entlanggefahren, durch die Steppe und wunderschöne Wälder. Wir haben auf dem Weg zum Cape Vidal jeden Loop mitgenommen – immer auf der Suche nach Nashörnern. Leider erstmal vergeblich.

Ich hatte mich schon damit abgefunden, dass wir unser Glück im Addo Elefant Park nochmal versuchen müssen… Und wir waren auch schon fast am Ausgang angekommen, als plötzlich am rechten Straßenrand drei riesige Kolosse standen und ganz entspannt am Gras fressen waren.

Mein erster Gedanke war: Nein, die können wir vorher im Kruger National Park nicht übersehen haben.

Unsere drei Nashörnern waren „hornlos“. Zu ihrem eigenen Schutz, damit sie für Wilderer uninteressant werden. Ob Horn oder nicht, gegen die Nashörner wirkte unser Auto echt winzig. Hinter uns bildete sich schnell eine lange Autoschlange. Es war einfach zu witzig, wie immer alle vorbeirauschen wollten, im Gedanken schon im schicken Restaurant, oder im Hotel und wie dann die Augen tellergroß wurden, wenn der Blick auf die Nashörner fiel…hihi…Herrlich.

Schön war auch, dass sich dann noch Zebras und Gnus zu den Nashörnern gesellten – was ein Bild. Unsere Geduld wurde also mehr als belohnt. Wäre ja auch irgendwie doof gewesen, wenn wir alle Tiere schon im Kruger National Park gesehen hätten.

Schöner konnten wir uns den Abschluss unserer Zeit in St. Lucia gar nicht vorstellen.

St. Lucia - Ananas-Schälservice

Ja, St. Lucia ist sehr touristisch und ich mag mir gar nicht vorstellen was hier los ist, wenn Walsaison ist… Das Schöne ist aber, wenn man möchte kann man sich dem Touristenhype absolut entziehen.

Wir waren alleine am Strand, haben es durch die Wahl eines kleinen Anbieters geschafft, die Hippos in entspannter Atmosphäre zu besuchen, hatten den iSimangaliso National Park fast für uns allein und haben einfach in unserer schönen Küche im Oppi Rotse gekocht, statt in schicken Restaurants zu essen und abends auf der Terrasse gesessen, statt in Bars rumzufallen.

Urlaub ist was ihr draus macht ;-)!

Auf geht’s nach Lesotho.

Fernwehreiche Grüße,

eure Frau Reisehas