Sanibonani liebe Mitreisenden,

nach den Eindrücken und Ereignissen auf der Panoramaroute und den aufregenden aber auch anstrengenden Tagestouren durch den Kruger Nationalpark, kamen wir nach knapp 13 Stunden Autofahrt, in Eswatini (früher Swasiland) an. Unser Plan nicht mehr im Dunkeln zu fahren ging also mal wieder nicht auf, weil wir uns vom Kruger National Park einfach nicht trennen konnten.

Von Eswatini hatten wir zwar schon etwas gelesen, konnten uns aber nicht so richtig was drunter vorstellen. Ist ja auch ein ganz kleines Königreich. Also hat Christian die eigentliche Route nach St. Lucia etwas umgelegt und eine Übernachtung in Manzini, in der Nähe von Eswatinis Hauptstadt Mbane eingeplant.

Im Nachhinein hätten wir gerne noch ein paar Tage drangehängt. Die Landschaft ist einfach der Hammer… Aber immer der Reihe nach.

Erstmal einreisen und am Grenzübergang neue Stempelchen im Reisepass sammeln.

Den Kruger National Park haben wir am Malelane Gate und Südafrika am Grenzübergang „Jeppes`s Reef“ verlassen. Wir mussten auf der südafrikanischen Seite parken und uns brav in eine Schlange am Ausreiseschalter stellen. Das ging alles sehr schnell, jedoch hatte die „Grenzdame“ wohl nicht ihren besten Tag oder war einfach traurig, dass wir ausreisen. Ich vermute es war Letzteres ;-). Wir versprachen ihr aber wiederzukommen. Sie freute sich auch hier eher emotionslos. Dafür hatten wir unseren Ausreisestempel im Pass. Die Ausreise aus Südafrika war also erledigt.

Jetzt aber rein nach Eswatini

Ab ins Auto, 20 Meter fahren, parken und in die Einreise-Schlange stellen. 50 Rand (ca. 3 €) hat uns die Einreise gekostet… Vorsicht – wenn ihr mit einem Mietwagen unterwegs seid, dürft ihr das Auto nur mitnehmen, wenn ihr von eurem Mietwagenunternehmen eine Genehmigung dafür habt und diese auch vorzeigen könnt. Gekostet hat uns diese Genehmigung im Vorfeld 600 Rand (ca. 37 €). Fragt einfach an eurer Abholstation nach, wenn ihr nach Eswatini (oder auch Lesotho) wollt.

Wir hatten Glück. Da wir Spätnachmittag eingereist sind, wollten gerade sämtliche Touristen, die sich per Reisebus für einen Tag durch Eswatini fahren lassen, ausreisen. Am Einreiseschalter standen also nur die Einheimischen, die von der Arbeit kamen oder in Südafrika einkaufen waren. Lauter bunt angezogene  Menschen und wir dazwischen. Ja man kann sagen, wir sind schon aufgefallen hihi.

Einreisestempel abgeholt und los ging’s. Das ganze Procedere hat insgesamt gerade mal 10 Minuten gedauert.

Nach Eswatini reinzufahren war für uns wie eine Offenbarung. Zwar herrschte gerade Dürre, trotzdem war die Strecke wunderbar grün. Wir sind an riesigen Feldern vorbeigefahren, durch atemberaubende Täler und Wälder. Die vielen mit Holz beladenen LKW – achtung abenteuerliche Beladung – versorgen etliche Sägewerke am Straßenrand. Leider können wir nicht nur in die Ferne gucken, dafür ist auf den Straßen einfach zu viel los.

Wir sind eigentlich eher Slalom durch Ziegen-, Kuh- und Schafherden gefahren. Hunde rannten auf die Straße und natürlich sind auch jede Menge Menschen unterwegs, denn die wenigsten haben hier ein eigenes Auto. Es werden entweder Fahrgemeinschaften gebildet, oder man läuft einfach.

An manche Situationen mussten wir uns erst gewöhnen. Einerseits freuten sie mich uns, machten uns andererseits aber auch nachdenklich. Viele Menschen standen am Rand und freuten sich uns zu sehen. Kinder winkten uns zu und lachten. Wir winkten natürlich zurück aber irgendwie war es doch ungewohnt und wir kamen uns teilweise wie bei einer Parade vor.

Unser Weg führte uns auf Serpentinen am Lake Matsamo vorbei. Ein sehr hübscher See an dessen Ufern die Angler saßen und versuchten sich ihr Abendessen zu sicheren. Viele Händler saßen an der Straße und versuchten uns heranzuwinken um uns ihre „Handcrafts“ zu verkaufen. Da wir unsere Rucksäcke aber noch tragen müssen, kaufen wir eher selten Souvenirs ein.

Es wurde schon langsam dunkel als wir das kurze Stück des MR1 erreichen, dass tatsächlich einer Autobahn ähnelt. Der MR1 führt direkt nach Mbabane, der Hauptstadt Eswatinis. Vorbei am Malolotja und Hawane Nature Reserve, dass wir aufgrund der Dunkelheit leider nicht so sehr genießen konnten. Als wir auf die MR 3 kamen wurde es hektischer. Der Verkehr nahm zu, was ja kein Problem gewesen wäre. Doch plötzlich sagte Christian nur: „Jogger“. Tatsächlich, am Rand der zweispurigen Straße waren Umengen an Joggern unterwegs. Später war uns klar, es konnte nur an den Laternen gelegen haben. Die Straße ist beleuchtet, sodass man ganz entspannt sein Sportprogramm durchziehen kann. Obwohl, ganz so entspannt auch wieder nicht, die Straße war nämlich super steil.

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Wir fuhren durch bis Manzini – zu unserem B&B für eine Nacht.

Mit unserem super Zeitmanagement trafen wir ein als schon alles verbarrikadiert war. Der Sicherheitsmann öffnete uns aber freundlich das Tor und nahm uns in Empfang. In Airbnb Unterkünfte oder B&Bs einchecken gehört für uns ja mittlerweile zur Routine, deshalb ging das auch super schnell.  Anschließend ging es direkt ins Bett. Wir waren einfach nur noch platt – und ja auch „beifahren“ ist eine ganz schön anstrengende Tätigkeit, auch wenn das hier nicht jeder so sieht :-D.

Das B&B diente zum Glück nur einer Übernachtung, denn länger als eine Nacht hätten wir dort nicht bleiben wollen. Einfache Unterkünfte sind in Ordnung, aber eine verschließbare Tür und Fenster, die zugehen sind dann schon Anforderungen, die wir an ein Zimmer haben. Gerade wenn man uns an der Rezeption vor Einbrechern warnt. Wir waren neben einem Niederländer, der immer sechs Monate im Jahr durch komplett Afrika reist und dann wieder sechs Monate in Europa ist, die einzigen Gäste. Die zwei Küchenfrauen waren zum Piiiepen. Zwei richtig schwere afrikanische Mama’s. Aufgrund der niedrigen Gästezahl wurde auch kein Frühstücksbuffet aufgebaut, sondern alles nach Wunsch frisch zubereitet. Herrlich!

Den Blick der Köchin, als sie mir Eier, Speck und Würstchen mit Toast anbot und ich sagte, dass ich kein Fleisch esse, werde ich nie vergessen. Fast verzweifelt hat sie gefragt: Nur Eier? Wirklich? Ja, wirklich!

Sie ist dann laut lachend in der Küche verschwunden. Leider haben wir nicht verstanden, was sie ihrer Küchenkollegin erzählt hat. Die beiden haben aber einen megalauten Lachanfall bekommen. So laut, dass wir auch Tränen gelacht haben. Irgendwann ist es den beiden dann aufgefallen und sie haben schnell die Tür zur Küche zugemacht. Zu knuffig.

Spiegeleier gehen hier übrigens anders. Das Ei wird in einen Topf mit heißem Öl aufgeschlagen und schwimmt dann oben. Dem Niederländer hat das glaube ich nicht so geschmeckt und er ist dann mit in die Küche, um den beiden zu zeigen, wie europäische Spiegeleier aussehen. Wir hörten immer nur: Do you have salt? No. Fresh pepper? No? Some cheese? No. Und zwischendrin wieder lautstarkes Lachen.

Ganz ehrlich – diese fröhliche und unkomplizierte Art haben den Zustand des Zimmers auf jeden Fall wieder wettgemacht.

Von der Fröhlichkeit der Einheimischen konnten wir nicht genug bekommen

Lautes, herzliches Lachen, selbst wenn sie morgens kilometerlange Strecken zur Arbeit laufen, oder zusammengepfercht auf den Ladeflächen von Autos mitfahren und dabei noch Lieder singen.

Wir wollten natürlich noch ein wenig bei Tageslicht durch die Gegend streifen. Also wieder rein ins Auto und querfeldein durch die Pampa.

Als Christian am Straßenrand anhielt damit ich Fotos machen kann, sprach ihn ein junger Bauer an, der mit einer Harke in der Hand gerade einen kompletten Acker umgepflügt hat. Er fragte erst woher wir kommen und was wir hier machen. Als seine erste Neugier befriedigt war, fragte er, ob er 15 Rand (ca. 1 €) bekommen könnte. Christian fragte natürlich für was. Die Antwort war aber plausibel – „Coca Cola“.

Mit einer Sache werden wir in Afrika tatsächlich täglich konfrontiert. Armut. Sie ist allgegenwärtig. Allerdings kann man nicht jedem helfen oder jedem das geben was er sich wünscht. Manchmal ist es echt schwer einzuschätzen, ob sich die Einheimischen mit einem unterhalten, weil es sie wirklich interessiert, oder weil sie einen anschließend um Geld bitten wollen. Aber genauso wie uns der Bauer mit einem Lachen nach Geld für eine Cola gefragt hat, konnten wir lachend nein sagen und das war auch in Ordnung.

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Wir sind dann noch ins Malkerns Valley zum Swazi Candle Craft Centre gefahren, das von Einheimischen betrieben wird. Zum Glück waren wir so früh, dass noch keine Reisebusse da waren. Es gibt viele schöne handgemachte Souvenirs in allen Farben und Formen, einen Gewürz-, Taschen-, Wolle-, Batik- und Kerzenladen. Für uns etwas zu touristisch. Aber wer auf der Suche nach Souvenirs ist, wird auf jeden Fall fündig. Neben der Kerzenherstellung, die wir uns im Swazi Candle Shop anschauen konnten, war unser Highlight definitiv der Sambane Coffee Shoppe. Ihr könnt es euch wahrscheinlich schon denken, was wir bestellt haben. Den obligatorischen Karottenkuchen natürlich und einen warmen Brownie mit Vanilleeis. Dass wir nicht die Teller abgeleckt haben war alles :-). Mit der Bedienung haben wir dann im Rahmen unserer Möglichkeiten noch über die Fußball Champions League gefachsimpelt. Wer uns kennt weiß ja, dass wir da echt Experten sind…

Falls ihr dort mal vorbeischauen wollt, empfehlen wir euch einen Besuch vor 10:00 Uhr. Dann rollen nämlich die Reisebusse an. Wir haben das aus dem Café raus beobachtet und es hat uns teilweise sehr an Heuschrecken erinnert.

Witzig war die zahnlose Ladenbesitzerin, die uns von Eswatinis König und seinen 13 Frauen erzählt hat. Als Christian völlig entsetzt gesagt hat, dass ihm ja eine Frau schon zu viel ist, konnte sie gar nicht mehr aufhören zulachen. Wir haben sie noch bis zum Auto gehört. Der König macht hier übrigens auch Werbung für Handyverträge. Unfassbar. Man stelle sich das mal bei der Queen vor hihi.

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Einen „Pflichtbesuch“ hatten wir noch vor uns

Den Besuch einer örtlichen Polizeistation. Denn Christian sammelt aus allen Ländern, die wir bereisen Polizeiabzeichen. Wir haben natürlich auch welche zum Tauschen dabei. Da darf ein Abzeichen aus Eswatini natürlich nicht fehlen. Beim Betreten des Gebäudes wurden wir schon wie Außerirdische angeschaut. Eine Polizistin nahm gerade ein Anzeige auf. Das sah ungefähr so aus, wie eine 7-Jährige die am Schreibtisch sitzt und keine Lust hat ihre Hausaufgaben zu machen :-D. Computer existieren dort nämlich nicht – es wird alles per Hand geschrieben. Der Stationschef war direkt begeistert und berichtete von seiner Zeit in einer größeren Stadt die „Munschen“ oder so heißt. Ja, haben wir schon Mal gehört ;-). Er fragte wie denn unsere Währung mittlerweile aussieht, zum Glück hatten wir noch ein paar Münzen dabei. Die haben wir ihm dann auch geschenkt. Abzeichen gibt es in Eswatini leider nicht, nur Schulterklappen. Macht aber nichts, es war trotzdem eine super schöne Begegnung.

Reiseziele - Eswatini - Polizeistation

Leider mussten wir dann auch schon wieder Abschied nehmen. Wir wären so gerne länger geblieben.

Beim nächsten Mal… Für uns ging es weiter nach St. Lucia. Endlich ans Meer.

Fernwehreiche Grüße,

eure Frau Reisehas