Liebe Mitreisenden,

kaum in Neuseeland und schon Adrenalin auf Vorrat getankt. Unsere Zeit in Queenstown werde ich nie vergessen. Das gilt aber für unsere gesamte Zeit in Neuseeland. Klar, wir waren damals schon einige Wochen unterwegs… Richtig erholt habe ich mich aber erst in Neuseeland gefühlt. Wenn ich heute darüber nachdenke muss es einfach am Land und den Menschen gelegen haben. Es reichen schon ein paar Fotos, um mich wieder zurückzubeamen.

Wir machen uns weiter auf unserer Reise auf Neuseelands Südinsel.

Von Haast aus sind wir als erstes zum Franz Josef Gletscher gefahren. Mit einem riesigen Fresspaket im Daypack machten wir uns auf die Wanderschaft durch die Steinschlucht in Richtung Gletscher. Okay, okay – wer von euch schon da war wird sich jetzt denken: Riesiges Fresspaket? Wozu?!“ Naja, wer mich kennt weiß, dass ich ständig was zu futtern brauche, sonst werde ich ungemütlich ;-).

Für die Strecke haben wir vom Parkplatz aus 45 Minuten gebraucht. Die Steinschlucht an sich fand ich ja schon toll, aber noch toller waren die Leute. Uns hat jeder, aber wirklich ausnahmslos jeder gegrüßt. Streckenweise kam man aus dem „Hi“, „Hello“ „How are you“ gar nicht mehr raus, aber hey besser als muffelige Gesichter – Die habe ich hier schon genug ;-).

Der Franz Josef Gletscher ist in den letzten Jahren stark geschrumpft und wir durften auch nur bis auf 250 Meter ran. Trotzdem kamen mir die Eismassen einfach gigantisch vor. Einmal im Leben einen Gletscher sehen – check. Nach einer kurzen Mampfpause ging es dann zurück zum Parkplatz. Wie war das… auf Reisen muss man immer mit Überraschungen rechnen?!

Unser Camper sprang nicht an!!! Irgendwer hatte doch glatt das Licht brennen lassen. Neeee, das ist jetzt kein Fingerpointing, aber wir waren zu zweit unterwegs. Und von uns beiden war nur einer Fahrer, hihi. Nach ein paar Startversuchen fragten wir einen Ranger ob er uns helfen könne. Der durfte allerdings nicht helfen, aus Versicherungsgründen oder so. Eine Gruppe Studenten hat sich dann bereit erklärt mit anzuschieben. Ich saß fein am Steuer und habe Befehle ausgeführt, während sich die Männer abgerackert haben. Zum Glück hat es geklappt, der Camper sprang an und wir konnten weiter in Richtung Greymouth fahren. Nach einem schnellen Abendessen (mein Tagebuch sagt Instafraß) ging es auch schon ab ins Bettchen. Frische Luft macht echt müde.

In Greymouth hat Christian mir noch einen wunderschönen Jadeanhänger gekauft, den ich seitdem jeden Tag trage. Ich liiiiebe kleine Geschenke mit denen man eine wunderschöne Zeit verbindet.

Damit wir nochmal Wale sehen konnten, verzichtete ich aus Zeitgründen auf die Pancake Rocks. Vielleicht wart ihr ja schon da bzw. seid bald da? Ich würde mich sehr über ein Foto freuen…

Aber die Begegnung mit den Walen in Santa Monica hat mich so beeindruckt – ich musste einfach noch mehr sehen.

Also ab nach Kaikoura.

Gestartet sind wir bei Gewitter und sintflutartigem Regen, angekommen bei schönstem Sonnenschein. Der Landschaftswechsel von der Ost- zur Westseite der Südinsel war echt Wahnsinn. Von Nebel, schneebedeckten Bergen, türkisen Flüssen und in allen Farben blühenden Landschaften war alles dabei.

Der Pazifik ist in Kaikoura ganz klar und in einem wahnsinnigen hellblau bis türkis. Mit dem schwarzen Sand ist der Kontrast einfach atemberaubend. Wir sind erstmal stundenlang am Ufer entlang gelaufen, haben die Zeit genossen und Seelöwen beobachtet. So lässt es sich doch aushalten…

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Am nächsten Tag sind wir ganz aufgeregt zum Kaikoura Whale Watch Center gefahren. Aber Pustekuchen, die Tour wurde wegen zu viel Wind abgesagt. Zum Glück hatten wir so locker geplant, dass wir einfach einen Tag dran gehängt haben. Statt nach Walen zu gucken, sind wir dann „schnell“ mal die 182km nach Christchurch gefahren. Wir wurden nämlich endlich benachrichtigt, dass wir unseren Camper tauschen können. Ihr erinnert euch an unsere Knutschkugel? Unser Upgrade war dann das krasse Gegenteil. Ein Fiat Ducato mit Riesenbett, Küche und Bad. Wir hatten gar nicht so viel Gepäck für so viele Schränke. Was ein Luxus… Aber auch ein bissel unhandlicher beim Parken.

Auf dem Rückweg wurden wir dann mal schön von der Polizei angehalten. Vorwurf: „Verkehrsunfallflucht“ (Beschädigung einer Brücke mit unserem neuen und schnieken Camper). Anscheinend ist eine Polizistin nach ihrem Dienst hinter uns hergefahren und hat gesehen, wie wir an einer Brücke ein paar Steine vom Boden aufgewirbelt haben. Sie dachte, wir wären an die Brücke gefahren und informierte ihre Kollegen. Wir wurden natürlich standesgemäß und hollywoodreif von einem Streifenwagen mit Blaulicht gestoppt. Das Gesicht von Christian – unbezahlbar :-D. Da es aber weder an der Brücke, noch an unserem Camper irgendwelche Kratzer gab entwickelte sich das Ganze schnell zu einem sehr netten Gespräch mit dem deutschen Kollegen ;-). Aber aufregend war es doch irgendwie, selbst wenn man weiß, dass man gar nix gemacht hat.

Vier Jahre mussten wir erst zusammen sein, um endlich mal die Zeit zu finden Minigolf zu spielen. So einen knuffigen Platz habe ich vorher auch noch nicht gesehen. Ein kleiner Garten um ein Hexenhäuschen herum, eine Vertrauens-Schatztruhe und neun Löcher des Grauens.

Christian gab sich ziemlich siegessicher. Schließlich hatte der Herr während seines Studiums einen Golfkurs. Als er auf dem Platz stand, die Windrichtung checkte und mir anschließend zeigen wollte wie man den Schläger richtig hält, musste ich ihm natürlich zeigen was eine Harke ist.

Die Bilder fassen das Spektakel ganz gut zusammen. Mit 26 zu 34 habe ich ihn vom Platz gefegt und den hauseigenen Thron erklommen. Diesen Triumph wird mir keiner mehr nehmen. Und leider, leider, leider haben wir es seitdem auch nicht mehr geschafft nochmal zu spielen. Revanche? Fehlanzeige! Hört ihr auch dieses dämonische Lachen? Ja das ist Frau Minigolfhas…

Jetzt aber endlich Wale gucken.

Übrigens bei Wind und Wolken. Das scheint in Neuseeland das gute Wetter zu sein. Über ein riesen Höhrrohr wurde nach Pottwalen gehorcht. Sah schon witzig aus, ist aber dafür eine sehr tierfreundliche Methode.

Und tatsächlich haben wir Pottwale gesehen. Die sind zwar nicht ganz so spannend wie Buckelwale, weil man einfach nur einen riesigen grauen Rücken an der Wasseroberfläche sieht, aber trotzdem ein „Herzchen-hüpf“ Moment.

Von Delfinen begleitet ging es dann in eine Bucht auf die Suche nach Buckelwalen. Tatsächlich fanden wir einen. Dieser war aber so sehr in einem Fischernetz gefangen, dass er sich nicht mehr selbst befreien konnte. Natürlich wurde gleich die zuständige Meeresschutz-Behörde kontaktiert, um das Tier zu befreien. Als Dankeschön für die Befreiung tauchte der Wal dann ganz langsam ab und ermöglichte mir diesen tollen Schnappschuss:

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Mit diesen schönen Tieren lasse ich euch jetzt erstmal alleine. Wir fahren weiter zu den Marlborough Sounds

bis bald ihr Lieben,

fernwehreiche Grüße,

eure Frau Reisehas