Liebe Mitreisenden,

mit diesem Artikel geht unsere schöne Zeit in den USA erstmal zu Ende. Letzter Halt ist San Francisco.

Aber langsam – beim letzten Mal haben wir ja erst in Pismo Beach gehalten. Und die letzte Teilstrecke möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten.

Nach all den Eindrücken in NYC und unseres bisherigen Road Trips, hätte ich niemals damit gerechnet, dass dieser Reise-Abschnitt auch wirklich der schönste sein würde…

Unseren ersten Punkt – Morro Bay erreichten wir gegen 10:00 Uhr morgens. Warum müssen wir auch immer so früh aufstehen?! Laut unserem Lonely Planet gibt es in Morro Bay die allerbesten „Garlic Fries“. Leider erst ab 11:00 Uhr. Ooohhh Nein – und das bei unserem straffen Zeitplan. Eine Stunde Verspätung konnten wir uns nicht erlauben. Heute würde das ganz anders laufen – wir lernen ja dazu :-).

Morro Bay ist aber auch ohne Garlic Fries einfach wunderbar. Lauter kleine Lädchen, Fischerboote, Restaurants und diese Ruhe… Der riesige Berg aus Vulkan-Gestein in der Bucht ist echt beeindruckend. Auch wenn das Bild durch die riesigen Schornsteine etwas zerstört wird. Aber die kann man sich ja wegdenken.

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Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - USA - Morro Bay und die Garlic Fries
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Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - USA - Morro Bay - Crabfever

Nächster Halt war Hearst Castle

Wir dachten ja erst: 25$ für eine Führung?! Viiiel zu teuer. Als wir die Tour hinter uns hatten, war das dann ein klarer Fall von: Absolut berechtigter Preis und unberechtigtes Gemecker unsererseits. Ich habe eben mal geschaut –  sympathisch ist, dass der Preis auch drei Jahre später gleich geblieben ist.

Schon die Geschichte des Schlosses ist faszinierend. Als Rinder Ranch fing es an und als der junge Hearst das Anwesen geerbt hatte, beauftragte er die Architektin Julia Moore ein „little something“ zu bauen. Er wollte nach all den Jahren nicht mehr nur im Zelt schlafen, sondern ein Dach über dem Kopf haben. Auf dem damaligen Campingplatz auf dem „enchanted Hill“ entstand dann Hearst Castle. Absolut beeindruckend, auch wenn es mit einem „little something“ gar nichts gemeinsam hat. Allein die Gartenanlagen und die Gästehäuser sind wahnsinnig schön. Das Innere des Schlosses gleicht eher einer Kunstausstellung. Es gibt sogar einen eigenen Kinosaal. Und auf dem Tennisplatz haben auch schon Charlie Chaplin und Cary Grant gespielt.

Hearst hatte damals auf diesem Gelände einen Privatzoo mit Eisbären, Pinguinen, Kängurus, Zebras usw.. Als seine Zebras irgendwann eingefangen und verkauft werden sollten, sind sie ausgebüchst. Der Busfahrer, der uns vom Schloss wieder auf den Besucherparkplatz fuhr, erzählte uns, dass die Zebras heute noch auf dem Gelände leben.

Der ganze Bus hat natürlich gelacht. Sind wir mal ehrlich… Wilde Zebras in Kalifornien? Neeeee. Tja, bis der Busfahrer plötzlich sagte, dass wir mal aus dem Fenster schauen sollen. Und tatsächlich – eine Herde Zebras. Verrückt.

Wir hatten anschließend aber immer noch nicht genug von wilden Tieren.

Also weiter zur Seelefantenkolonie an den Piedras Blancas in San Simeon

Bestimmt 100 Seelefanten und -elefantinnen (Sorry, aber die Genderschreibweise musste sein…hihi) lagen faul am Strand, kämpften gegeneinander oder plantschten im Wasser herum. Und das Ganze kann sogar kostenfrei besucht werden – Spenden werden natürlich sehr gerne angenommen. Wir kamen aus dem Dauergrinsen gar nicht mehr raus…

Dann kam Big Sur…

…die legendäre Küstenstraße von San Simeon bis Carmel. Ungefähr 100 Kilometer lang mit jeder Menge Serpentinen. Christian musste streckenweise langsamer fahren, weil mir doch tatsächlich schlecht geworden ist, von den ganzen Kurven.

Aber die Aussicht ließ mich die Übelkeit schnell vergessen. Allein die Strecke am Wasser entlang war so schön, dass ich am Liebsten alle 10 Meter angehalten hätte. Ja, deswegen war ich auch nur Beifahrer :-).

Der „Weg“ zum Julia Pfeiffer Beach, mit seinem lila Sand war schon sehr abenteuerlich. Einspurig, ohne ersichtliche Straße, mitten durch einen Herr-der-Ringe-Wald. Und wieder mal waren wir froh, dass wir uns in Las Vegas für den SUV entschieden hatten. Auf den Fotos kommt es leider nicht so gut rüber. Seht ihr den lila Sand?

 

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Völlig platt kamen wir an unserem Ziel an: Monterey

Die Touri-Hölle an Fishermans Wharf war nach den Natureindrücken ein riesiger Schock. Irgendwie waren wir so überfordert, dass wir uns in einen guten alten Burger King flüchteten, anstatt uns weniger ansprechendes Sea Food andrehen zu lassen. Was haben wir uns nach Pismo oder Morro Bay zurückgesehnt…

Völlig entkräftet sind wir anschließend im Best Western Beach Resort eingelaufen.

Der Grund, dass Monterey so überlaufen ist mit Touris ist ganz einfach: Von April bis November kann man dort Buckelwale beobachten. Und genau deswegen waren wir auch in Monterey. Bis dahin hatte ich noch niemals Wale gesehen. Obwohl ich schon als Kind Meeresbiologin werden wollte und haufenweise Bücher über Wale und Delfine mit mir herumschleppte.

Ich war ja so aufgeregt… Zum Glück wurde ich zu Beginn durch eine sehr sehr laute Amerikanerin abgelenkt, die aber komischerweise immer stiller wurde, je weiter wir hinausfuhren. Bis sie irgendwann, trotz Akupunkturpflaster, so seekrank war, dass sie nur noch über der Reling hing.

Wir sollten alle fleißig mitschauen, ob wir irgendwo Wasserfontänen erkennen können. Als Christian meinte, er sieht am Horizont Flossen und Wasserfontänen und dem Kapitän Bescheid gab, habe ich erst gedacht er sieht Gespenster.

Aber es waren tatsächlich zwei Buckelwale!!! Fotos machen war für mich unmöglich. Mir haben so die Hände gezittert. Ich hätte die Kamera bestimmt ins Wasser fallen lassen. Also habe ich die Verantwortung für schöne Bilder glatt abgegeben…

Ja, das war definitiv einer dieser Momente, in dem mir die Luft weg geblieben ist.

Und als plötzlich vier Buckelwale um das Boot herum hatten, war der Ausflug einfach perfekt.

Ich kann das gar nicht so genau beschreiben, was an dem Tag in mir vorging aber es war da so eine innere Zufriedenheit. Und ich habe mich damals schon gefragt, ob ich auf dieses Gefühl jemals wieder verzichten kann…

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Falls ihr mal das Vergnügen habt im Best Western Beach Resort in Monterey untergekommen zu sein und abends an der Hotel-Bar mit einem Cocktail auf den Tag anstoßen wollt… bestellt niemals, aber wirklich niemals einen „Caipi“. Falls ihr aber auf dieses Abenteuer trotzdem nicht verzichten wollt, hier das Rezept:

„Caipi“ – Made by Best Western

  • 1 Limette
  • 2 Beutel Zucker aus Papiertütchen von der Kaffeebar
  • Mischen und mit braunem Rum aufgießen.
  • Evtl. 1 Eiswürfel und einen klitzekleinen Schuss Cola (Für die Farbe versteht sich)

Dann genießen. Oder es so machen wie ich: „A beer please!“.

Einen Tag später erreichten wir schon unseren letzten Stopp:

San Francisco

Wir hatten uns ein Zimmer in einem zentral gelegenen „Design-Hotel“ gebucht. Zentral stimmte – auch wenn man aufpassen musste in welche Richtung man das Hotel verlässt. Auf der einen Seite wartete eine teure Einkaufsstraße (Union Square). Auf der anderen das Drogenmilieu. Für uns war das eher Motel-Standard, nur der Preis war deutlich höher.

Ich muss ganz ehrlich sagen, San Francisco hat uns nicht so gepackt, wie wir uns das vorgestellt hatten.

An Fisherman’s Wharf erwarteten uns wieder Touri-Massen vom Feinsten, skurrile „Straßenkünstler“, zielsichere Möwen, unterschiedlichste Megafon-Durchsagen und Speed-Boot-Angebote wo das Auge hinsah. Ich habe mich beim Candy-Baron mit etlichen Sorten Salt-Water Taffy versorgt und wollte anschließend eigentlich ins Hotel… Absoluter Overload – obwohl die Stadt wirklich schön ist.

Hat sich jemand die Adresse gemerkt?

Nicht? Wir auch nicht… Also ab zur Touristeninformation und nach dem Weg gefragt. Den Namen hatten wir übrigens auch nicht wirklich im Kopf. Lost in San Francisco. Wir Schlauköppe.

Ganz nach dem Motto: „Man lernt eine Stadt nur kennen, wenn man sie erläuft“, packten wir am nächsten Tag unseren Rucksack voll mit Essen und zogen los. Chinatown, Lombard Street, Cable Car Tour, Golden Gate Bridge und einfach kreuz und quer durch die Straßen wandern.

An unserem letzten Tag sind wir dann bei schönsten Regenschauern mit dem Boot rüber nach Alcatraz. Trotz Kälte war das Boot so voll, dass wir nur noch einen Platz an Deck bekamen. San Francisco versank hinter uns im Nebel und wir wurden ohne Schirm so richtig schön nass. Die Audiotour durch Alcatraz war super spannend. Allein die ganzen Ausbruchversuche. Zum Glück hat Christian mich wieder mit zurück genommmen. Und das obwohl ich den Film „The Rock“ mit Nicolas Cage und Sean Connery nicht kannte. Mit dieser Bildungslücke habe ich ihn wohl ganz schön geschockt :-).

Völlig durchgefroren haben wir den Rest des Tages mit Wäsche waschen und Rucksack packen verbracht.

Ich muss sagen… nach drei Wochen USA waren wir schon super erholt, auch wenn unsere Zeitplanung an vielen Stellen einfach viel zu straff war.

Aber bereit nach Hause zu fliegen waren wir deshalb noch lange nicht.

Als nächstes wartete Neuseeland auf uns. Und bei der Wahl zwischen unserer Heimat und der großen weiten Welt – sorry liebe Freund und Familie – mussten wir einfach weiterreisen :-).

Also zieht euch schon mal warm an. Im nächsten Artikel landen wir im sehr frischen Auckland.

Fernwehreiche Grüße,

eure Frau Reisehas