Liebe Mitreisenden,

nach dem Trubel in Las Vegas wollten wir nur noch eins: Raus in die Natur, durch Canyon’s klettern und möglichst wenige Menschen treffen. Also wieder die Rucksäcke in den Kofferraum geworfen und weiter in die Nationalparks.

Wie sich herausstellte, hatten wir den Zeitpunkt für unseren Road Trip gut gewählt. Das Wetter war super angenehm und lange nicht so anstrengend heiß wie in Las Vegas. Trotzdem waren sehr wenige Touristen unterwegs.

Falls es euch also auch mal in den Wilden Westen ziehen sollte – den Herbst können wir definitiv empfehlen!

Da wir zu diesem Zeitpunkt absolute Road Trip Neulinge waren, haben wir uns die Strecke in den USA vorab schon mal planen lassen. Fragen wie: Wo schlafen wir nachts? oder wie viele Kilometer schaffen wir an einem Tag? konnten durch unseren Reisehelfer Christoph, bereits im Vorfeld geklärt werden.

Wir mussten uns über nichts Gedanken machen.

Aus Kostengründen hatten wir uns entschieden in Motels zu schlafen. Das bedeutete, dass es jeden Morgen ein Einheitsfrühstück gab – aber wer beschwert sich denn bitte über Pancakes?! Wir hatten immer zwei riesige Betten in den Zimmern. Eins für’s Gepäck und das andere für uns. Da wir unsere Rucksäcke nicht mehr herumtragen mussten, ließ auch unsere Packdisziplin „etwas“ nach. Je länger wir unterwegs waren, desto chaotischer sah unser Kofferraum aus. Zum Glück waren die Scheiben abgedunkelt… So, jetzt geht es aber los!

Erstes Ziel: Zion Canyon

Hier gab es dann schon die ersten Orientierungsschwierigkeiten. Wir kamen mit der Namensgebung der verschiedenen Punkte nicht ganz so klar. Ich wollte unbedingt den Grotto Trail laufen, weil ich dachte, am Ende wartet eine Grotte auf uns. Von wegen – lediglich ein Picknickplatz. So kann man sich täuschen.

Dafür haben wir am Wegesrand eine echte Schlange gesehen. Krass. In freier Wildbahn!!! Wir kamen uns vor wie Crocodile Dundee und Steve Irwin zugleich. Hoffentlich war die nicht giftig. Bei unserem Dusel war sie bestimmt genauso zahnlos, wie unser australisches Exemplar. Ansonsten konnten wir noch Rehe, Schmetterlinge und Eidechsen entdecken. Die waren mir dann auch deutlich lieber…

Nach dem Grottenreinfall haben wir dann alle Pläne über Bord geworfen und sind einfach da lang gelaufen, wo es uns gerade gefallen hat.

Und irgendwie kamen wir trotzdem an den schönsten Punkten vorbei.

Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - USA - Zion Canyon - Diese Aussicht
Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - USA - Zion Canyon - Wo geht's zum Shuttle?
Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - USA - Zion Canyon - Unsere Schlange
Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - USA - Zion Canyon - Immer Wasser in der Nähe
Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - USA - Zion Canyon - Angels Landing
Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - USA - Zion Canyon - Anstrengend war's

Auf dem Weg zum Motel lag dann noch diese Kuriosität:

Direkt nebeneinander – das Tsunami Cafe und ein Thai Restaurant. Na die haben Humor hier…

Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - Weltreise - USA - Zion Canyon - Tsunami Cafe
Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - Weltreise - USA - Zion Canyon - Thai Restaurant

Nächste Station: Bryce Canyon

Hier konnten wir ganz entspannt mit dem Auto die schönsten Punkte abklappern. Aber bitte nicht die kleinen Präriehunde füttern, die hier  rumlaufen. Es hingen überall Fotos von Bisswunden, die genäht werden mussten. Ich musste mir ständig die Augen zuhalten – mir wird doch so schnell schlecht…

Aber als ich am Bryce Canyon stand, war alles andere vergessen. Ihr Lieben, diese Aussicht! Wahnsinnig beeindruckend. Wir hatten super Glück mit dem Wetter. Der Kontrast zwischen den roten Steinen und dem blauen Himmel war so schön, dass ich dort ewig hätte sitzen können…

Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - Weltreise - USA - Bryce Canyon
Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - Weltreise - USA - Bryce Canyon - Truthahn
Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - Weltreise - USA - Bryce Canyon - That's happiness

Zwischenzeitlich mussten wir allerdings noch einer Thai-Frau helfen ihren Ehemann „Mike“ zu finden. Irgendwie hatte er sich alleine auf Wanderschaft begeben und sie „aus Versehen vergessen“. Nun hatte sie Angst, dass sie nicht mehr aus dem Nationalpark wegkommt. Sogar ins Plumpsklo hat sie gerufen: „MIIIIIKEEEE“ :-D. Zum Lachen war das in dem Moment erstmal nicht, obwohl ihr dort ein paar Truthähne entgegenliefen. Als sich die beiden wieder gefunden hatten, mussten wir dann doch sehr grinsen. Denn „Mike“ hätte nicht mal mit einem Bein in das Plumpsklo gepasst. Für uns ein guter Moment, sich vom Bryce Canyon zu verabschieden.

Nächster Halt: Lake Powell

Mit einer Länge von circa 300 Kilometern ist der Lake Powell ein echt riesiger See, in dem wir natürlich baden gehen mussten. Auch hier haben wir die Sonne ein klein wenig unterschätzt. Während ich richtig schön braun wurde, musste Christian (aka „Red Lobster“) die nächsten Tage seinen Sonnenbrand pflegen.

Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - Weltreise - USA - Kolob Canyon
Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - Weltreise - USA - Lake Powell

Zum Glück konnte ich ihn mit dem nächsten Highlight etwas von seinen Schmerzen ablenken. Mitten im Nirgendwo sind wir in Begleitung eines Stammesangehörigen der Navajo einen Abgrund hinunter geklettert.

Als die ersten Sonnenstrahlen von oben ihren Weg zu uns fanden, drehte sich Christian mit großen Augen zu mir um und sagte:

Hast du das gewusst?!

Diesen Satz werdet ihr noch des Öfteren lesen. Da ich die Weltreise bis auf NYC (Das war Christians Part) komplett allein geplant hatte, gab es unterwegs einige Überraschungen für meinen Mann :-).

In diesem Fall war es der Lower Antelope Canyon. Hier hat der Antelope Creek unterirdisch eine wunderschöne Schlucht geschaffen. Je nachdem wie die Sonne steht, verändern sich die Farben des Canyons minütlich. Falls ihr mal dort seid und euch nicht so gut mit eurer Kamera (auch von Handys) auskennt – keine Sorge. Die meisten Guides dort kennen sämtliche Modelle und helfen euch bei den Einstellungen. Checkt aber vorher den Wetterbericht. Falls es nämlich regnen sollte, ist der Canyon schnell überflutet. Hier gab es schon einige tragische Unglücke, da die Wassermengen unterschätzt wurden.

Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - Weltreise - USA - Lower Antelope Canyon
Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - Weltreise - USA - Lower Antelope Canyon - Ich

Wir chronischen Frühsaufsteher waren zum Glück so früh da, dass wir mit zehn Leuten eine sehr überschaubare Gruppe erwischt haben. Als wir gerade mit unserer Tour fertig waren, kamen etliche Reisebusse an.

Für uns ein Grund ganz schnell weiterzufahren. Wohin?!

Na zum Graaaaand Canyon :-).

Fernwehreiche Grüße,

eure Frau Reisehas