Liebe Mitreisenden,

wer kennt sie nicht – die vielen Sprüche die man mit Las Vegas verbindet:

„Was in Vegas passiert bleibt in Vegas!“

„Vegas Baby!“

oder

“Everything and anything you want to do, you can do in Las Vegas.”

Spätestens nach den Oceans Eleven, Twelve oder Thirteen Filmen oder dem Klassiker „Hangover“ war für uns klar, dass wir in Las Vegas unser Glück versuchen müssen!

Nach New York war das der Startpunkt unseres Road-Trips entlang der Westküste bis nach San Francisco!

Wer wie wir von New York nach Las Vegas fliegt, fliegt am besten tagsüber. So kamen wir in den Genuss eines unvergesslichen Fluges über den Grand Canyon. Es war sogar so beeindruckend, dass der Pilot über die Lautsprecher eine Ansage machte und betonte, dass dieser Anblick selbst für ihn eine Seltenheit wäre.

Wer braucht unfassbar teure Helikopterflüge, wenn ein Inlandsflug den gleichen Zweck erfüllt :-).

Die Aussicht ließ uns zum Glück das tolle Essen an Bord vergessen. Nach unserem Business Class Flug nach New York erschien uns das „Chips – Bifi – Cookie – Menü“ wie eine Bestrafung.

Am Flughafen in Las Vegas wartete dann die erste Überraschung auf uns. Wir hatten die Wahl zwischen unserem ursprünglich gebuchten Auto (Mittelklasse-Limousine) und einem schicken SUV mit riesigem Kofferraum.

Ihr könnt euch denken wie unsere Entscheidung ausfiel. Das Bild zeigt leider nicht wie ich lachend um den SUV herumhüpfe.

Also Rucksäcke in den Kofferraum und wie die Prinzessin auf der Erbse in Richtung des „Strip“.

Die Fahrt ins Zentrum von Las Vegas war atemberaubend.

Wenn nach und nach diese riesigen Hotels auftauchen – mitten in der Wüste. Unfassbar!

Es lässt sich schwer beschreiben, aber irgendwie war es ein Gefühl von Neuem und Bekanntem zugleich. Das sah tatsächlich aus wie eine surreale und fantastische Filmkulisse.

Unser Hotel hatten wir bereits von zu Hause gebucht. Ich weiß noch genau wie wir mit unserem Reiseplaner Christoph zusammensaßen und er uns Hostels vorschlug um Geld zu sparen.

Aber mal ganz ehrlich – wie oft ist man in Las Vegas?! Wir konnten uns nicht vorstellen nur an den großen Hotels vorbeizulaufen – wir wollten auch in einem wohnen!

War gar nicht so einfach, bei der riesigen Auswahl. Die Wahl fiel auf das Mirage mit einem spuckenden Vulkan vor der Tür.

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Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - USA - Las Vegas - Mirage II
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Ich muss schon sagen, dass wir erstmal ein wenig überfordert waren. Direkt nach der Gepäckabgabe im Hotel, machten wir uns los um den Strip zu erkunden. Am helllichten Tag ist das allerdings gar nicht so spektakulär. Hinzu kam die Sonneneinstrahlung – die wir offensichtlich ein klein wenig unterschätzt hatten. Hallo erster Sonnenbrand. Also wieder ins Hotel und ausgeruht bis es dunkel wurde.

Bei Nacht erwacht Las Vegas dann zum Leben.

Vergessen ist die Hitze und die zum Teil sehr dreckigen (Neben-)Straßen.

Wir sind stundenlang durch und unter den Hotels herumgelaufen, haben uns mit der Masse treiben lassen und erstmal gar nicht daran gedacht in die Kasinos zu gehen – wollten unser Reisebudget schließlich nicht gleich auf den Kopf hauen :-).

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Las Vegas am Tag war total anders.

Erstmal machte sich Ratlosigkeit breit. Eine Lösung wurde jedoch schnell gefunden – Shoppen. Das beschäftigte uns leider nicht lange, schließlich hatten wir gefühlt schon halb New York leergekauft.

Also unseren tollen SUV geschnappt und Richtung Hoover Dam gefahren. So eine riesige Stadt, mitten in der Wüste, muss ja mit Strom und Wasser versorgt werden.

Der Hoover Dam liegt genau an der Grenze zwischen den Bundesstaaten Arizona und Nevada. Er staut den Colorado River zum gigantischen Lake Mead, der bis zu 35 Milliarden Kubikmeter Wasser fasst.

Die hohe Staumauer war für mich und meine Höhenangst natürlich genau das Richtige – wie man unschwer erkennen kann. Wahnsinn mit anzusehen, mit welchen Betonmassen dort in die Natur eingegriffen wird.

Natürlich hätten wir durch den Hoover Dam und das dortige Elektrizitätswerk eine Tour buchen können. Für uns (naja, für mich weniger) war die Aussicht beeindruckend genug und wir haben uns das Geld gespart.

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Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - USA - Las Vegas - Hoover Dam - Immer noch Höhenangst

Außerdem stand am zweiten Abend unsere Spielhöllentour an.

Also die war echt unglaublich :-). Im Mirage sind wir in Richtung der Spielautomaten und haben uns schon tierisch gefreut. Mit Bechern voller Münzen vor bunten Automaten sitzend. Pustekuchen – nix mit Münzen. Gingen nur ganze Dollarnoten.

Bis heute habe ich das Prinzip dieses skurrilen Automaten nicht verstanden. Wir haben wie wild, auf die in allen Farben schimmernden Muffins gedrückt und am Ende 50$ gewonnen!!!!! Das wurde leider weder ausgerufen noch durch blinkende Lichter dem ganzen Kasino mitgeteilt. Wir haben uns trotzdem gefreut wie Schnitzel! Zugegeben, nach diesem kolossalen Gewinn musste ich Christian aus der Halle ziehen…! Man kennt mich dort jetzt übrigens als Frau Sparhas :-).

Anschließend ging es Richtung Bellagio. Könnt ihr euch an die Szene in Oceans Eleven vor dem Bellagio Brunnen erinnern?! Genau dort wollten wir auch stehen… Und das Beste war, dass es nix kostete. Wasserfontänen zu Celine Dion’s – „My heart will go on“. Unfassbar schön und ein Tränchen-Moment für mich.

Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - USA - Las Vegas - Muffinspielautomaten
Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - USA - Las Vegas - Brunnen am Bellagio
Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - USA - Las Vegas - Ich happy

Wenn ich heute daran zurückdenke, war das der erste Moment unserer Reise an dem ich innerlich einfach nur zufrieden war. Es war erst der Beginn der zweiten Reisewoche aber das Leben ohne Termine (und ohne Handy), das „Tun und Lassen“ können was wir wollten – das hat mich ganz schnell gepackt.

Las Vegas hat natürlich auch Schattenseiten.

Nachts laufen die schönen und aufgestylte Paradiesvögel über den Strip und wedeln mit ihren Dollars. Viele sind in ihrer Art total übertrieben. So als würde man das einfach von ihnen erwarten, dass sie in Las Vegas glücklich sind. Es wird auf „Schwarz“ oder „Rot“ gesetzt. Wenn das Geld dann weg ist – Pech. Auch die Obdachlosigkeit ist allgegenwärtig. Man erkennt in dieser Stadt ganz deutlich, dass es viel Elend gibt – auch wenn sie sich bemüht,  ein Ort der Freude zu sein.

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass es eine tolle Erfahrung war und wir uns gerne an Las Vegas erinnern. Aber nach zwei Nächten waren wir doch froh, dass wir diese Stadt mit ihren zwei Gesichtern verlassen konnten.

So sehr wir uns auch immer wünschten im Lotto zu gewinnen oder in Vegas den Jackpot zu knacken – Geld allein macht uns nicht glücklich. Wir glauben oft nur das dann alles besser wird.

Hier haben wir zum ersten Mal erkannt, dass wir für diese materielle Welt nicht geschaffen sind. Dass diese innere Zufriedenheit, die wir spürten und die Erinnerungen, von denen wir heute noch zehren unbezahlbar sind.

Jetzt ist es aber Zeit für etwas mehr Natur

Fernwehreiche Grüße,

eure Frau Reisehas