Liebe Mitreisenden,

es heißt ja:

New York ist keine Stadt – es ist eine Welt.

Und das stimmt auch, vor allem wenn man aus dem verhältnismäßig kleinen und beschaulichen Frankfurt am Main kommt.

Allein im Central Park hätten wir Tage verbringen können. So ganz ohne Karte wären wir nie dort rausgekommen, wo wir eigentlich hinwollten. Das machte aber gar nichts, irgendwie war es überall schön.

Man hat uns direkt als Touri’s erkannt – Das könnte daran gelegen haben, dass wir vor unserem Reisebeginn den halben Globetrotter in Frankfurt leergekauft haben. Die Deuter-Rucksäcke und die All-Weather-Bekleidung waren wohl das auffälligste :-). Nichtsahnend beobachteten wir die süßen amerikanischen Eichhörnchen, als eine New Yorkerin auf uns zu kam und uns lächelnd gesalzene Nüsse hinhielt.

Wir müssen ziemlich konsterniert geschaut haben, als sie sagte:

„Hey Tourists, you can feed them.“

Irgendwie haben wir es noch geschafft, dankend abzulehnen und zu warten bis sie weitergezogen war, bevor wir laut loslachten.

Ganz ehrlich – das arme Eichhörnchen! Nach der Portion Nüsse hätte es wahrscheinlich den schönen Brunnen Bethesda Fountain auf einmal ausgetrunken.

Von diesem sagt man: „Wenn Du lange genug dort sitzt, geht die ganze Stadt vorbei“. Also ein prima Platz zum Menschen beobachten…

Schön fand ich, dass viele Sitzbänke im Central Park Personen gewidmet waren. Teilweise standen auf den kleinen Messingschildchen wunderschöne, aber auch traurige Geschichten. Wir haben aber natürlich nicht alle Bänke geschafft :-).

Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - USA - NYC - Central Park I - Ich am Tanzen
Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - USA - NYC - Central Park III - Vor Bethesda Fountain
Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - USA - NYC - Central Park II - Squirrel
Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - USA - NYC - Central Park IV - Müde auf einer Bank

Es gab ja noch sooooo viel mehr zu entdecken!

Am Times Square haben wir uns erstmal mit gefühlten 50 Sorten M&M’s versorgt. Durch New York laufen ist ja schließlich ziemlich anstrengend.

Das muss der Grund sein, dass die Tüte nach zwei Stunden schon leer war ;-).

Auf dem Weg zur Wall Street und zur Central Station kamen wir dann noch an allerlei Kuriositäten vorbei:

Es scheint nicht viele Menschen in New York zu geben, die ihre Hunde selbst ausführen. Und wenn man nicht aufpasst steht man mitten in einer Kunstaktion oder wird selbst Teil der Performance.

Puh, ich kann euch sagen, mir taten nach dem ersten Tag schon die Füße weh.

Und die folgenden vier Tage sollte es auch nicht besser werden. Aber ganz ehrlich, New York erlebt man am Besten zu Fuß.

Und für die arktischen Temperaturen in der New Yorker Subway, waren wir trotz Globetrotter-Shoppingtour klamottentechnisch gar nicht ausgerüstet…

Unser kleines NYC Sightseeing Programm:

Strammen Schrittes durch den Battery Park, mit der Fähre rüber nach Liberty Island und der 204 Tonnen schweren Lady Liberty einen Besuch abgestattet. Schnell rüber nach Brooklyn ein Eis essen und über die Brooklyn Bridge zurück. Als hätten wir noch nicht genug Punkte „abgelaufen“, führte uns der Weg weiter zum Empire State Building, dem Flat Iron Building und nach einem Regenguss, pitschnass, in das American Museum of Natural History.

Kurz entspannen konnten wir uns bei einem Spaziergang auf der „High Line“. Diese alte Hochbahntrasse wurde zu einem schönen Erholungsgebiet umgebaut. Dort konnten wir uns in einem Café und gemütlichen begrünten Sitzgruppen entspannen. Herrlich in dieser hektischen Stadt mal etwas Ruhe tanken zu können. Den Tag beendeten wir mit einer kleinen Bootstour durch den New Yorker Hafen. Eine Sehenswürdigkeit, die eigentlich keine ist, ist die Stelle im Hudson River an der im Januar 2009 ein Flugzeug notlanden musste.

Und natüüürlich waren wir auch ausgiebig shoppen. Gebremst hat uns zum Glück die Tatsache, dass wir das Gepäck noch drei Monate mit uns rumschleppen würden – und evtl. das Limit der Kreditkarte :-).

Eine Sache haben wir uns bis zum Schluss aufgehoben.

Als ich 2006 das erste Mal in New York City war, stand ich am Ground Zero vor einem riesigen Loch. Ich habe es dort nicht lange ausgehalten, weil um mich rum sehr viele weinende und betende Menschen standen.

Ich war sehr gespannt wie es acht Jahre später aussehen würde.

Wir haben uns früh morgens auf den Weg gemacht um den Touristenmassen zu entgehen. Und tatsächlich waren wir ganz allein.

Dort wo die Twin Tower standen, befinden sich jetzt 9 Meter hohe Wasserfälle. Das Wasser rauscht an den Beckenrändern entlang und fällt wie in einen leeren Raum. Um die Wasserfälle herum stehen die Namen sämtlicher Opfer des Anschlags. Und immer dann, wenn eines der Opfer Geburtstag hat, wird eine weiße Rose in den jeweiligen Namen gesteckt.

Es lässt sich schwer beschreiben was in dem Moment in uns vorging, aber man spürte die tiefe Trauer die diesen Ort erfüllt. Wir hatten beide durchgängig Gänsehaut und die Sprache hat es uns auch längere Zeit verschlagen.

Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - NYC - Ground Zero I
Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - NYC - Ground Zero IV - Rose
Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - NYC - Ground Zero II - Freedom Tower
Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - NYC - Ground Zero V - Tribute to the Firemen

Nach fünf Tagen in New York mussten wir dann leider schon wieder unsere Rucksäcke packen und Abschied nehmen.

Unser New York Programm klingt anstrengend?

Ohja, das war es auch!

Damals hatten wir aber das Gefühl, dass wir in der kurzen Zeit alles mitnehmen müssen. Bloß nichts verpassen, möglichst viele Fotos schießen und von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit rennen.

Heute reisen wir wesentlich entspannter. Wir haben mit der Zeit dazugelernt und schauen uns die Orte, die wir bereisen nicht nur durch das Objektiv unserer Kamera an.

Reisen heißt auch durchatmen und dankbar sein, für die wunderbaren Dinge und Orte, die man erleben darf.

New York, wir werden uns wiedersehen – schöner hätte der Beginn unserer Weltreise nicht sein können. Aber jetzt heißt es VEGAS BABY!

Fernwehreiche Grüße,

eure Frau Reisehas