Liebe Mitreisenden,

nach der unfassbar tollen Zeit am wirklich wunderschönen Ningaloo Reef und in Exmouth, war es erstmal ein Schock nach Port Hedland reinzufahren. Wer sich für Eisenbahnen, riesige Schiffe und Industriegebäude interessiert ist in Port Hedland auf jeden Fall goldrichtig. Wir nutzten diesen Ort jedoch nur als Stoppover auf dem Weg nach Broome. Schon von Weitem sahen wir einen Bagger auf einem riesigen Eisberg.

Beim näheren Heranfahren stellte es sich allerdings als Salzberg heraus :-).

In Port Hedland kommen die ganzen Road Trains an, die die Rohstoffe aus den umliegenden Minen transportieren. Jährlich werden dort allein über 100 Millionen Tonnen Eisenerz umgesetzt. An einem Bahnübergang mussten wir mehrere Minuten warten, weil wir einen circa 2000 Meter langen Güterzug vorbeilassen mussten. Wahnsinn!

Früh morgens, gegen 04:00 Uhr, ließen wir Port Hedland allerdings schon wieder hinter uns. Ich wollte nämlich uuuundbedingt in Broome zu den Courthouse Markets. Diese finden jeden Samstag von 8 am – 1 pm statt und sind eine stark verkleinerte Version des Eumundi Markets in Brisbane.

Verkauft wird: handgemachter Schmuck, Hippieklamotten, Fairtrade Kaffee jeglicher Art – von Plantagen aus der Nähe, selbstgemachte Marmeladen, Chutneys, Essig und natürlich Perlenschmuck. Zusätzlich gibt es so viele Essensstände, dass die Entscheidung echt schwer fällt.

Die Mango-Smoothies kann ich absolut empfehlen!

Broome ist eine sehr geschichtsträchtige Stadt. Am Bekanntesten ist sicherlich die Perlenvergangenheit, die wirklich an jeder Ecke sichtbar wird. Denn vor der Küste in Broome wächst die berühmte Perlenauster „Pinctada Maxima“, die die australische Südsee-Perle „produziert“. Die Perlengeschichte ist leider nicht unbedingt die Schönste. Früher zwangen die Perlenmaster, Aborigines, die Perlen aus dem teilweise 15 Meter tiefen Wasser zu holen. Allerdings gab es Mitte des 19.ten Jahrhunderts noch keine richtige Tauchausrüstung, so wie wir sie heute kennen. Zwar trugen die Taucher einen Helm der mit einem Luftschlauch verbunden war – hatten aber keinen Tauchanzug.

Nachdem Gesetze erlassen wurden, die verboten die Aborigines zum Tauchen zu zwingen – auch um weitere Aufstände zu verhindern, übernahmen Japaner das Tauchgeschäft. Die Ausrüstung verbesserte sich, aber bei bis zu 9 Tauchgängen am Tag (ohne Pausen), kann man sich vorstellen, wie viele Taucher an der Dekompressionskrankheit starben. Viele Tauchergräber finden sich auf dem japanischen Friedhof in Broome. Erst 1956 ging man dazu über, die Perlenmuschel selbst auf Farmen zu kultivieren, anstatt sie aus den Tiefen zu holen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte die Perlenindustrie etliche Leben gekostet.

Deshalb sehen einige Einheimische den Perlenschmuck eher als Fluch an…

Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - Australien - Westküste - Broome - Japanischer Friedhof
Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - Australien - Westküste - Broome - Historisches Museum

Da „meine“ Perlenfarm in Monkey Mia ja leider nicht mehr steht, bzw. schwimmt, hätte ich hier in Broome die Gelegenheit gehabt doch noch eine zu sehen. Aber ganz ehrlich… Das Ganze ist hier so touristisch aufgezogen, teuer, mit Edelkatalogen und Showrooms etc….

Das habe ich mir dann lieber gespart.

Während des zweiten Weltkrieges wurden vor Broome etliche Wasserflugzeuge, die Kriegsflüchtlinge aus Indonesien transportierten, von Japanern versenkt. Durch die schlammhaltige Küste sind diese noch sehr gut erhalten und man kann sie zwanzig Mal im Jahr, bei Ebbe unter 0,86 Metern, noch sehen. Zu Fuß benötigt man circa eine Stunde zu den entsprechenden Stellen. Also vorher unbedingt den Ebbe-Flut-Kalender checken. Wir konnten sie uns leider nicht anschauen. Als wir da waren stand das Wasser zu hoch.

In Broome kann man sich auch wie in einem  „Land vor unserer Zeit“  fühlen.  Hier gibt es am Gantheaume Point, Spuren von neun verschiedenen Dinosaurierspezies zu bestaunen.

Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - Australien - Westküste - Broome - Gantheaume Point

Nirgendwo auf der Welt gibt es so viele unterschiedliche wie in Broome. Es erfordert etwas Klettergeschick und die 135 Millionen Jahre alten Spuren sind ebenfalls nur bei Ebbe zu sehen – aber es lohnt sich!

Wer sich das Klettern sparen möchte, kann auch das Hoover Craft nutzen, das täglich von Broome aus startet.

In der Altstadt von Broome steht das älteste Freilichtkino der Welt.

Die Sun Pictures.

Seit 101 Jahren kann man dort ab Sonnenuntergang Filme genießen.

Ich wäre gerne hin, allerdings bin ich gerade etwas Mückengeplagt. In Broome waren es „nur“ 42 Stiche (mittlerweile sind es mehr). Kaum wird es dunkel werde ich von den Biestern attackiert. Daher habe ich lieber auf den Film verzichtet. Von zu Hause habe ich vier verschiedene Antimückensprays mitgebracht und diese hier in den verschiedensten Konstellationen getestet. Keine Chance – da hätte ich mich auch mit Meerwasser einsprühen können.

In der Apotheke habe ich die natürlichen Abwehrmittel links liegen gelassen. Es war Zeit für etwas Härteres. Jetzt habe ich endlich ein Mittel das hilft. Ohne „Bushman“ (auch liebevoll Bushfire genannt) gehe ich hier abends nicht mehr raus. Ich leuchte zwar jetzt im Dunkeln aber hey… Hauptsache keine Stiche mehr 😉 .

Ein Highlight war der Cable Beach! Nur 6 Kilometer von Broome entfernt liegt das Paradies.

Ich habe schon lange nicht mehr einen solch schönen Strand gesehen. Der Sand war weiß und ganz fein.

Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - Australien - Westküste - Broome - Cable Beach

Endlich musste ich beim ins Wasser laufen nicht mehr über Berge von Seegras steigen.

Nicht zu vergessen die ganzen Steine, Seeigel oder Quallen, mit denen wir an anderen Stränden das Vergnügen hatten.

Wenn der Sonnenuntergang naht, wird es am Strand richtig voll. Für 4WD gibt es eine „Zufahrtsstraße“. So etwas habe ich noch nicht gesehen. Die Autos rumpelten über die riesigen Steine, parkten dann schön an der Wassergrenze und holten ihr BBQ sowie Bier aus dem Kofferraum.

Freizeit auf australisch ;-).

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Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - Australien - Westküste - Broome - Cable Beach III
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Den Strand müssen sie sich aber hier mit den Kamelen teilen. Ja ganz recht – Am Cable Beach gibt es tatsächlich Kamele. Ein Highlight bei den „normalen“ Touristen. Auf einem Kamel in den Sonnenuntergang reiten, der Höhepunkt des Urlaubs – oder so… *Ironie aus* Für mich nur ein schönes Fotomotiv.

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Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - Australien - Westküste - Broome - Cable Beach Kamele

Wie immer zog es mich aufs Wasser… In Broome’s Roebuck Bay leben nämlich ganz besondere Wesen: Die Snubfin Dolphins. Erst 2012 wurden diese als Spezies anerkannt. Sie sehen aus wie „normale“ Delphine, nur irgendwie ohne Nase… Da sie sehr langsam sind, haben sie eine ganz besondere Jagdstrategie. Sie spucken Wasser hinter die Fische. Diese sind dadurch so irritiert, dass sie dem Delfin direkt ins Maul schwimmen. Ziemlich schlau :-)!

Das hier ist leider mein bestes Foto….

Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - Australien - Westküste - Broome - Snubfin Dolphin

Nicht ganz so schön wie im Prospekt, aber obwohl sie so langsam sind, waren sie für mich und die Kamera zu schnell. Die Tour mit dem Katamaran war superschön und hat uns wieder mal gezeigt, wie artenreich und schön Australiens Unterwasserwelt ist.

Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - Australien - Westküste - Broome - Tagebuch

Am 12.04. mussten wir leider schon wieder unsere Sachen packen und weiterreisen. Daher haben wir ein Highlight leider verpasst: Staircase-to-the-Moon. In Broome sieht es an drei Tagen im Monat so aus, als führt eine Treppe vom Wasser hinauf Richtung Mond. Das muss wirklich fantastisch sein. Ich habe mir eine Postkarte gekauft, vielleicht klappt es beim nächsten Mal.

Auf zum Lake Argyle!

Fernwehreiche Grüße,

eure Frau Reisehas