Liebe Mitreisenden,

nach vier schönen Tagen sagten wir Exmouth und dem Ningaloo Reef auf Wiedersehen. Wir werden definitiv wiederkommen!

Nächstes Ziel war die Region „The Pilbara“. Region klingt jetzt erstmal nicht so groß. Allerdings beträgt die Fläche von Pilbara circa 507 896 km2 und ist damit doppelt so groß wie Großbritannien.

Bei gerade mal 66 000 Einwohnern kann man sich vorstellen, dass man auch wirklich nur jemandem begegnet wenn man das möchte.

Im Landesinneren liegt der Karijini Nationalpark. Die Strecke fuhren wir allerdings nicht am Stück, sondern legten in Point Samson noch einen Zwischenstopp ein. Dieser Ort ist berühmt für seine schönen Schnorchelspots. Da wir morgens aber schön getrödelt hatten, kamen wir erst zum Sonnenuntergang an. Zu spät zum Schnorcheln.

Die Strecke zum Karijini Nationalpark, über den Great Northern Highwaywar ziemlich anstrengend. In der Gegend gibt es sehr viele Minen zum Rohstoffabbau jeglicher Art. Der Transport der Rohstoffe findet unter anderem per Roadtrains statt. Diese LKW sind teilweise bis zu 60 Meter lang. Wir waren also ständig mit Überholen beschäftigt.

Um noch zusätzlich ein bisschen Nervenkitzel oben drauf zu packen, haben wir uns etwas mit dem Tanken verschätzt. In Point Samson war der Tank zwar komplett voll, aber leider gab es auf dem Great Northern Highway keine einzige Tankstelle. Die Tanknadel bewegte sich ziemlich schnell Richtung „Empty“ und wir malten uns schon verschiedene Szenarien aus, wie wir vorgehen wenn wir liegen bleiben sollten. Ich muss zugeben, dass man die Landschaft dann nicht mehr so richtig genießen kann :-).

Endlich – nach insgesamt 400 Kilometern rettete uns das Munjina Roadhouse. Das war eine riesige Erleichterung! Die letzten Kilometer bis Tom Price, unserem Nachtlager für die nächsten zwei Tage, waren dann deutlich entspannter.

Ohne 4WD kann und darf man sich leider nicht alle Punkte im Nationalpark anschauen. Viele Straßen sind noch nicht geteert. Uns blieben daher „nur“ die Joffre Falls und der Dales Gorge.

Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - Australien - Westküste - Karijini NP - Schmetterling

Unser Glück war, dass es seit Dezember im Karijini Nationalpark so viel geregnet hat, wie schon seit 25 Jahren nicht mehr.

Es ist der Wahnsinn wie der Regen die Landschaft verändert.

Die Einheimischen erzählten uns, dass ihr Nationalpark sonst eher eine Staubwüste sei.

Wir aber sahen grüne Berge, blühende Bäume und Gräser.

Die Joffre Falls waren echt beeindruckend.

Man konnte richtig sehen, mit welcher Kraft das Wasser und die Zeit, diese Schlucht geformt hat.

Wir beschränkten uns auf einen Spaziergang am Rande der Schlucht.

Für geübte Kletterer ist der Weg nach unten bestimmt spaßig. Für mich mit meiner Höhenangst war die Vorstellung, mich an einer senkrechten Steinwand entlangzuhangeln, nicht gerade verlockend.

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Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - Australien - Westküste - Karijini NP - Joffre Falls II
Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - Australien - Westküste - Karijini NP - Joffre Falls III

Anstrengender wurde es dann am Dales Gorge.

Dort kletterten wir dann doch die 100 Meter in die Tiefe um zum Circular Pool zu gelangen einem natürlich geformten Pool der rundum schön bewachsen ist.

Die Strecke ist relativ einfach, jedoch ist manchmal ein wenig klettern nötig und die Schuhe werden beim Fluss überqueren leicht nass.

Großer Vorteil: Früh morgens da sein. Erstens ist die Sonne dann noch nicht so intensiv – man kommt aber auch ins Schwitzen.

Und zweitens sind die Wege dann noch nicht so feucht. Je mehr Leute mit nassen Schuhen auf die Steine treten, desto rutschiger werden sie.

Im Circular Pool kann man auch schön eine Runde schwimmen. Das Wasser ist allerdings eiskalt. Kommt aber bei den Temperaturen gerade recht.

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Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - Australien - Westküste - Karijini NP - Circular Pool II
Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - Australien - Westküste - Karijini NP - Circular Pool - Ich

Der Weg durch den Dales Gorge ist zwei Kilometer lang und erfordert an der ein oder anderen Stelle etwas Klettergeschick. Ich habe mich gefühlt wie in einem Märchenwald.

An der einen oder anderen Stelle konnte man zwar noch die Folgen eines Buschfeuers sehen, aber der Weg war einfach wunderschön.

Kurz aufgehalten wurden wir allerdings von einer Schlange. Klar, in unserer Vorstellung die gefährlichste Schlange der Welt. Das Nachschauen am Abend ergab eher: Kategorie zahnloser Tiger. Nein wirklich, diese Schlange hat nicht mal Zähne. Also wieder nicht das gefährlichste Tier gesehen ;-).

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Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - Australien - Westküste - Karijini NP - Dales Gorge - Zahnlose Schlange

Am Ende des Tales erwarteten uns die Fortescue Falls und der Fern Pool. Beides absolut beeindruckend. Am Fern Pool kann man ebenfalls schwimmen – aber psssst, leise sein!!! Für die Aborigines ist dies ein heiliger Ort.

Anstrengend wurde dann noch mal der Aufstieg aus der Schlucht. Zum Glück ohne Klettern. Dafür hörten die extra angebrachten Treppen einfach nicht mehr auf. Nassgeschwitzt kamen wir oben an und konnten dann am Rande der Schlucht wieder Richtung Ausgangspunkt laufen.

Bei entspanntem Tempo brauchten wir drei Stunden und waren danach auch ziemlich platt.

Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - Australien - Westküste - Karijini NP - Fortescue Falls
Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - Australien - Westküste - Karijini NP - Fern Pool
Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - Australien - Westküste - Karijini NP - Dales Gorge von oben

Ein Hinweis noch: In den Nationalparks und auch an den Highways gibt es nur Buschtoiletten“.

Diese sind, bei allem was kreucht und fleucht, sehr beliebt.

Wir hatten einmal hunderte Grashüpfer in einer 2 x 1,5 Meter Kabine und im Karijini Nationalpark dieses schöne Spinnenexemplar.

Bitte schaut auch immer unter die Klobrille, da gibt es gelegentlich die eine oder andere Überraschung.

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Nach der langen Zeit an der Küste hat es uns doch überrascht, wie kalt es nachts im Landesinneren, werden kann. Nach Wochen nur mit Bettlaken als Decke, mussten wir im Karijini Nationalpark unsere „Winterdecke“ wieder rauskramen.

Schon witzig wenn man tagsüber von Schatten zu Schatten hüpft und dann nachts seinen Atem sehen kann. Für uns war es der absolute Luxus, auch mal ungeschwitzt, durchschlafen zu können.

Was Insekten, Reptilien und Amphibien angeht muss man in Tom Price schon etwas abgehärtet sein. Ich habe vorher noch nie solch große Spinnen gesehen wie auf diesem Campingplatz. Leider in der Damentoilette *pfui*. Gegen Abend kamen dann die Frösche aus allen Ecken gehüpft. Ob im Spülkasten, in der Toilette, im Waschbecken oder der Dusche… überall saßen welche. Also lieber heiß duschen, das mögen die Frösche nicht so. Aus dem Waschhaus war abends schon der ein oder andere Schrei zu hören, sehr unterhaltsam :-).

Wir fahren lieber weiter nach Broome, Kamele gucken.

Fernwehreiche Grüße

eure Frau Reisehas