Liebe Mitreisenden,

nach unserem Walhai-Ausflug waren wir von der Unterwasserwelt am Ningaloo Reef so fasziniert, dass wir für den nächsten Tag drei Tauchgänge buchten.

Da wir im Urlaub eh mit unserem Advanced Open Water Diver Kurs beginnen wollten, erschien uns das als eine passende Gelegenheit. Wir hatten leider nur vergessen, dass wir dazu auch noch Theorie lernen müssen. Also schön nachdem wir den ganzen Tag im Wasser waren, noch drei Kapitel aus dem prall gefüllten PADI-Lehrbuch gepaukt und Fragen beantwortet. Natürlich auf Englisch ;-).

Bei einem kurzen Briefing am nächsten Morgen wurden uns ein erfahrener Tauchlehrer und eine Tauchlehrerin im Training zugeteilt. Wir waren schon seit Oktober 2015 nicht mehr tauchen, daher waren wir über die gute Betreuung echt froh.

Auf dem Weg zu den Muiron Islands blieb uns genug Zeit, gemeinsam, die Ausrüstung vorzubereiten und unsere Hausaufgaben zu besprechen. Beim ersten Tauchgang ging es 22 Meter in die Tiefe, beim Zweiten ließen wir uns schön mit der Strömung treiben und beim Dritten übten wir Fische identifizieren.

Dass wir einen Kurs besuchten merkten wir ehrlich gesagt gar nicht. Es kam uns eher vor, wie drei entspannte Tauchgänge.

Ich bin sogar durch einen Felsentunnel getaucht, obwohl ich das niiiiemals machen wollte! Also falls ihr mal die Gelegenheit haben solltet am Ningaloo Reef zu tauchen – macht es!!

Man sieht dem Ningaloo Reef einfach an das es gesund ist.

Wir haben kaum tote Korallen gesehen. Dafür aber so viele Fischarten, dass beim Eintragen der Tauchgänge ins Logbuch, der Platz knapp wurde.

Wir wurden von riesigen Fischschwärmen umkreist, haben einen Leopardenhai, Riffhai, Schildkröten und einen Oktopus gesehen.

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Beim letzten Tauchgang jedoch kam mein persönliches Highlight: Ein Mantarochen! Das war mein Allererster! Der Tauchlehrer meinte später zu mir, dass meine Augen tellergroß gewesen wären und mein Mund leicht offen stand.

Diese Tiere sind einfach so elegant – superschön!

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Nach zwei Tagen hintereinander im Wasser schauten wir uns am letzten Tag in Exmouth noch den Cape Range Nationalpark an. Unser Holidaypass für die Nationalparks sollte sich ja auch lohnen ;-).

Leider begann der Tag anders als wir es uns vorgestellt hatten.

Auf dem Weg zum Mildura Ship Wreck, das vom Strand aus zu sehen ist, kam uns ein sehr schneller Geländewagen entgegen. Das ist an sich erstmal nichts Schlimmes. Allerdings sollte man in den Morgenstunden in Australien sehr langsam und vorsichtig fahren. Es sind einfach sehr viele Wildtiere unterwegs.

Ein paar Meter weiter trat dann auch meine größte Befürchtung ein. Denn bisher hatten wir nur tote Kängurus am Straßenrand liegen sehen. Doch jetzt aber lag dort ein schwer verletztes Känguru. Es konnte nicht mehr aufstehen und bekam natürlich gleich Panik, als wir uns näherten um nach ihm zu schauen.

Bisher haben wir es noch nie benutzt – aber das war ein Fall für unser Notfallhandy. Wir riefen die Polizei an, um zu fragen was wir tun sollen. Währenddessen konnten wir ein australisches Ehepaar anhalten, die dann auch kurz darauf das Gespräch mit der Polizei übernahm.

Das war der Moment in dem ich lernen musste, dass Australien nicht immer nur schön ist. Australien ist auch rau und unbarmherzig.

So ein Wildunfall wird mit niedriger Priorität behandelt. Das heißt, möglicherweise hätte das Känguru dort noch Stunden leiden müssen, bevor die Polizei kommt. Wir wurden daher gebeten, es selbst zu erlösen.

Es war noch nicht ganz ausgesprochen, da war ich schon mit Tränen im Auge auf dem Weg zum Campervan. Dabei konnte ich weder mithelfen, geschweige denn zugucken. Ich war froh, dass mein Mann und der Australier das übernahmen…

Gespürt haben soll das Känguru wohl nichts. Es ging ganz schnell. Der Tag war für mich erstmal gelaufen, denn ich war völlig aufgelöst. Zwar hatte ich verstanden, dass dem Tier nicht mehr zu helfen war und war auch froh, dass die Männer das Tier erlösen konnten. Jedoch hatte ich mir die erste Begegnung, mit einem lebenden Känguru, in diesem Urlaub, so nicht vorgestellt. Wir sind anschließend trotzdem noch zum Schiffswrack gefahren.

Man kann aber an meinem „ehrlichen“ und „überzeugenden“ Lächeln sehen, wie es mir ging.

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Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - Australien - Westküste - Exmouth - Mein unechtes Lächeln

Allerdings glaube ich ja an Zeichen…

Und genau so ein Zeichen wurde mir kurze Zeit später geschickt.

In der Nähe des Visitor Centers lagen ganz entspannt zwei lebende und gesunde Kängurus im Schatten.

Als hätte da jemand geahnt, wann der richtige Zeitpunkt ist…

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Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - Australien - Westküste - Exmouth - Roo

Wir haben uns an dem Tag auch nicht mehr den ganzen Nationalpark angeschaut. Nach einem kurzen Besuch am Jurabi Turtle Center und am Leuchtturm machten wir uns wieder auf den Weg nach Exmouth.

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Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - Australien - Westküste - Exmouth - Cape Range NP II

Manchmal läuft einfach nicht alles nach Plan und man muss sich dann auch die Zeit nehmen alles zu verarbeiten…

Meine Bitte: Wenn ihr frühmorgens, oder bei Anbruch der Dunkelheit in Australien noch mit dem Auto unterwegs seid – fahrt bitte nicht zu schnell und seid vor allem aufmerksam. Es kann jederzeit etwas aus dem Busch hüpfen. Denn auch hier haben die Australier die Schilder mit den Warnungen nicht umsonst hingestellt!!!

Auf geht’s zum Karijini Nationalpark.

Fernwehreiche Grüße,

eure Frau Reisehas