Liebe Mitreisenden,

zwischen Kalbarri und unserem nächsten Stopp Monkey Mia – lagen 400 Kilometer. Bis auf einen kurzen Zwischenstopp im kultigen Billabong Roadhouse, sind wir diese auch durchgefahren. Es ging einfach nur geradeaus. Alle paar Minuten konnten wir anderen Campervans winken.

Ortschaften gab es zwischendrin nicht. Die Strecke lässt sich wie folgt zusammenfassen:

Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - Australien - Westküste - Shark Bay

Die Shark Bay ist sowohl an Land, als auch im Wasser, als Weltkulturerbe gelistet und umfasst 22.000 km2 Fläche. Der World Heritage Drive beginnt am Overlander Roadhouse.

Nach 30 Kilometern erreichten wir schon das erste Highlight.

Wie auch am Lake Thetis, gibt es hier im Ort „Hamelin Pool“ Stromatolithen. Allerdings sind diese hier weitaus großflächiger und das Wetter war zudem auch viel schöner.

Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - Australien - Westküste - Hamelin Pool
Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - Australien - Westküste - Hamelin Pool II

Von hier aus ging es weiter Richtung Denham. Wir hatten gehofft, dass wir uns in diesem kleinen Städtchen mit Lebensmitteln, für die weiteren Tage, eindecken können. Das letzte Mal hatten wir in Geraldton groß eingekauft.

Naja, man lernt aus seinen Fehlern…

Auch in Denham gab es nur einen sehr kleinen Supermarkt und bei Avocados für 7 $ AUD war auch bei mir die Schmerzgrenze erreicht. Wir kauften also nur das Nötigste und beschlossen ein wenig spartanischer zu leben.

Ziel für die nächsten Tage war Monkey Mia.

Da es sich um einen Conservation Park handelt, war noch mal eine extra Gebühr fällig. Diese machte die nette Begrüßung aber wieder wett.

Monkey Mia ist der perfekte Ort für eine Auszeit. Selbst Handysüchtige werden hier kuriert. Es gibt einfach keinen Empfang. Kein Internet, und bevor die Frage kommt – auch kein Fernsehen :-).

Im ortseigenen Radiosender läuft leider nur eine Werbedauerschleife.

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Aber es gab so viel zu sehen, dass die Zeit auf jeden Fall nicht langweilig wurde. Zuerst ließen wir uns von „Garth“ unserem Guide, den Francois Peron Nationalpark zeigen.

Mangels 4WD waren wir wieder auf eine Tour angewiesen, diesmal haben wir uns aber freiwillig dazu entschieden. Selbst wenn unser Camper für die Strecke tauglich gewesen wäre, haben wir einfach zu wenig Erfahrung im Luft aus den Reifen lassen und auf Stränden fahren.

Das haben wir bei diesen Konditionen gerne dem Profi überlassen.

Los ging es an der Little Lagoon, einer kleinen Oase die wir ganz für uns hatten.

Aber Vorsicht, hier gibt es Steinfische. Diese sind hochgiftig und hat es einen mal erwischt, hilft nur noch kochend heißes Wasser über die Stelle zu schütten.

Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - Australien - Westküste - Monkey Mia - Blue Lagoon

Garth hatte bereits schon mal das Vergnügen. Er meinte, dass die Verbrennung, die das kochend kochende Wasser verursacht hat, ihm eher als eine Linderung vorkam – im Vergleich zu dem Schmerz den das Gift des Steinfischs bei ihm auslöste.

Das ist also definitiv keine Erfahrung die man im Urlaub machen möchte!

Ich sehe oft Touristen, die die Warnschilder hier in Australien gerne ignorieren.

Warum habe ich noch nicht herausgefunden. Aber: Wenn in Australien irgendwo Schilder stehen, die vor Krokodilen, Schlangen, Quallen, Steinfischen, etc. warnen, dann leben diese Tiere dort auch tatsächlich!!!

Während wir uns weiter auf den Weg Richtung Bottle Bay, Cape Peron und Skipjack Point machten, zeigte Garth uns „Bushtucker“ (eine salzhaltige Pflanze, die sehr lecker schmeckt), Bushbananas (diese allerdings nur aus der Ferne) und Sandelholz.

Den Geruch vom Sandelholz habe ich immer noch in der Nase. Umwerfend! Dieses wurde früher in Massen nach Indien exportiert, um dort Räucherstäbchen, Öle etc. herzustellen. Mittlerweile gibt es aber Beschränkungen, wer Holz sammeln darf und wer nicht. Wie bei allem. Wenn irgendwann nichts mehr da ist, hat niemand etwas davon.

Seht euch diese Farben an.

Ist das nicht einfach wunderschön?

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Kaffeepausen direkt am Strand, zusehen wie das Wasser der Shark Bay mit dem Ozean zusammenfließt. Oder Haie und aus dem Wasser springende Rochen beobachten.

Was will man mehr…

Monkey Mia ist aber nicht wegen dem Nationalpark so berühmt, sondern wegen den Bottlenose-Delfinen, die hier leben. Im Visitor Center wurden wir daher direkt über die Fakten aufgeklärt.

Morgens ab 07:45 Uhr ist in einem abgegrenzten Strandbereich Fütterungszeit. Besucher dürfen nur gemeinsam mit den Parkrangern an das Ufer und maximal knietief in das Wasser.

Falls ihr mal vor Ort seid: Bitte verzichtet auf Sonnencreme, um die Augen der Delfine nicht zu irritieren.

Die Besucherzahlen der Tage bevor wir anreisten: 7 – 9 Delfine gegenüber bis zu 180 Besuchern.

Die Zahl der Delfine war normal, die Besucherzahlen gehen in der Hauptsaison an die 700!!!

Jeder Delfin bekommt per Zufallsprinzip, von ausgewählten Besuchern, einen Fisch.

Die Fütterungsmenge wurde in den letzten Jahren beträchtlich reduziert. Das vermehrte Füttern sorgt nämlich dafür, dass die Delfine sich sehr lange im flachen Wasser aufhalten. Für die weiblichen Tiere bedeutet dies, dass sie ihre Kälber nicht mit Milch versorgen können. Das funktioniert im flachen Wasser einfach nicht. Daher ist ein Großteil der in der Bucht geborenen Delfine gestorben. Die älteren Tiere haben ihre Zeit einfach nur noch damit verbracht, auf Futter zu warten. Heute wird weniger gefüttert und es sterben weniger Kälber.

Euch ist wahrscheinlich schon aufgefallen, dass ich solchen Attraktionen sehr kritisch gegenüber stehe.

Und was die Dame im Visitor Center uns da erzählt hat, hat mich total abgeschreckt. Wir entschieden uns, nicht teilzunehmen.

Kleiner Tipp: Falls ihr mal in Monkey Mia auf dem Campingplatz seid. Um 07:45 habt ihr die Duschen ganz für euch alleine, weil der Rest am Strand steht :-).

Monkey Mia ist auch ohne das Delfinfüttern, definitiv eine Reise wert.

Und wenn man ein wenig Geduld mitbringt und sich an den Strand setzt, sieht man sie auch so… Natürlich etwas weiter entfernt, im tieferen Wasser.

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Wir bleiben definitiv noch ein wenig hier

Fernwehreiche Grüße,

eure Frau Reisehas