Liebe Mitreisenden,

nach einer lehrreichen Zeit in Geraldton, war erstmal Entspannung angesagt. Also ging es weiter Richtung Norden, nach Kalbarri.

In Kalbarri mündet der Murchison River in das Meer. Und genau an diesem Fluss stellten wir unseren Campervan ab.

Herrlich!

Morgens wurden wir von Kakadus, die genau neben unserem Campervan ein Konzert hielten, geweckt und abends waren die Sonnenuntergänge einfach grandios. Bevor ich diese mit etlichen Worten für euch beschreibe, zeige ich sie euch einfach…

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In Kalbarri wollten wir uns unbedingt den Nationalpark anschauen und gingen voller Tatendrang in das Visitor Center, um uns eine Karte zu besorgen. Breit grinsend gingen wir rein, etwas weniger gut gelaunt wieder raus. Die wichtigsten Straßen im Nationalpark waren nämlich für normale Autos gesperrt.

Und Überraschung – mit einer Tour morgens oder nachmittags konnte man die wichtigsten Punkte aber trotzdem sehen. Wir sahen uns schon in einen klimatisierten Bus gequetscht mit 50 Anderen, zugehaltenen Ohren wegen den lauten Durchsagen und von einer Attraktion zur nächsten hechten.

Also genau unser Ding!

Wir hielten das Ganze ehrlich gesagt für eine Masche, um jedem Touristen nochmal 45 AUD aus der Tasche zu ziehen. Aber es half ja nichts, wir hatten uns auf den Nationalpark gefreut und so buchten wir!

Abgeholt wurden wir früh morgens von David, unserem Guide, und „nur“ 18 anderen Besuchern. Das war schon mal eine Erleichterung!

David war auch direkt ehrlich und meinte, dass die meisten ihn Davi nennen, aber wir würden wahrscheinlich eher das Wort „ätzend“ vorziehen, weil wir es jetzt vier Stunden mit ihm aushalten müssten und hierfür extra Geld gezahlt hätten. Das alles obwohl wir doch eigentlich viel lieber selbst gefahren wären. Wir blieben alle bei Davi :-).

Davi war eine Wucht! Er war unglaublich witzig und wusste sehr viel über den Nationalpark und seine Geschichte. Er machte von uns allen Fotos und einmal wollte er unbedingt auch VOR die Linse.

Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - Australien - Westküste - Nature Window

Wir saßen in einem der beliebtesten Fotospots Westaustraliens – dem Nature Window.

Aber nicht nur dieser, sondern auch alle anderen Spots, wie The Loop, Z – Bend und West Loop waren sehr beeindruckend.

Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - Australien - Westküste - Kalbarri NP - Ich mal wieder am genießen
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Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - Australien - Westküste - Kalbarri NP
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Streckenweise erinnerte uns die Landschaft an den Grand Canyon.

Laut Davi ist dieser allerdings kein Canyon (Felsenschlucht), sondern ein River Gorge (Flussschlucht). Natürlich klingt Grand Gorge nicht so schön wie Grand Canyon.

Rückblickend kann ich sagen, dass sich die Tour absolut gelohnt hat! Wären wir alleine unterwegs gewesen, hätten wir bei Weitem nicht so viel gelernt und es wäre auch nicht ganz so lustig gewesen.

Der Tourzwang war übrigens keine Masche.

Die Straßen in dem Nationalpark werden gerade alle neu gemacht und der Besuch ist nur unter strengen Auflagen für geführte Gruppen erlaubt. Da wären wir mit unserem Campervan niemals hingekommen.

Den Küstenteil des Nationalparks entdeckten wir dann auf eigene Faust. Die Klippen an der Natural Bridge, am Island Rock und Shellhouse Grandstand waren genauso beeindruckend, wie die Schluchten im Inland. Wir wissen jetzt, warum Kalbarri so beliebt ist.

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Eigentlich wollten wir noch unbedingt an den Blue Holes, einem Fischschutzreservat, schnorcheln gehen. Den starken Wellengang hätten wir eher ignorieren können, als die Tretminen die überall herumlagen.

Der Strand war gespickt mit Seeigeln. Es waren so viele, dass wir uns nicht trauten, im Wasser nachzuschauen, ob es sie dort auch in lebend gibt.

Wie ein Storch im Salat am Strand entlangwandern war auch schön…

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Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - Australien - Westküste - Kalbarri - Seeigelstrand

Warum eigentlich Pelikanfieber?

Ich liiiiiiiebe Pelikane. Das ist glaube ich genetisch bedingt. Meine Mum hat die gleiche „Krankheit“. Deshalb muss ich auch jeden Pelikan, den ich sehe, fotografieren. Und das kann man in Kalbarri echt gut!

Für die Pelikane gibt es nämlich gar keinen Grund umzuziehen, der Murchison River hat so viele Fische, dass es für alle reicht. Man muss also nur zum Ufer gehen und sieht mindestens einen Pelikan in der Nähe.

Jeden Morgen um 8:45 Uhr gibt es dort auch einen Pelikan Talk.

Als wir dort ankamen war es noch komplett leer. Nur die Pelikane warteten schon. Sechs Stück waren es am Ende insgesamt. Sie warteten brav auf die Parkrangerin, die auch pünktlich mit ein paar Fischen erschien. Sie achtete sehr darauf, dass jeder Pelikan einen Fisch bekommt. Teilweise waren die Möwen schneller.

Der Pelikan Talk dient nicht nur dazu Touristen etwas über Pelikane zu erzählen. Es wird auch geschaut, ob alle Pelikane gesund sind. Gelegentlich verheddern sie sich in Angelhaken. Dadurch wurde kürzlich sogar einem Pelikan der Schnabel verschlossen.

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Die Pelikane wissen, dass Ihnen dort geholfen wird, sind aber trotzdem alles andere als zutraulich. Statt sich den Fisch zu schnappen war auch der ein oder andere Arm dabei. Tut aber nicht weh ;-).

Das Umdrehen des Eimers war für die Pelikane das Signal, das es Zeit ist zu gehen, keine Fische mehr.

Auch für uns war es Zeit Abschied von Kalbarri zu nehmen und weiterzuziehen – nach Monkey Mia.

Fernwehreiche Grüße,

eure Frau Reisehas