Liebe Mitreisenden,

am ersten richtig sonnigen Tag der Woche wollten wir mit der Fähre nach Rottnest Island. Bei leichtem Nieselregen durch Perth oder Fremantle laufen ist ja kein Thema, aber den ganzen Tag mit dem Rad auf Rottnest Island rumdüsen, wenn es regnet? Nicht soooo schön :-).

Wir hatten die Fähre um 07:15 Uhr gebucht.

Das hieß Aufstehen um 05:15 Uhr – es war sogar noch dunkel um diese Uhrzeit – brrrr. Nachdem wir alles zusammengepackt hatten, gaben wir brav die Adresse des Hafens in unser campereigenes, unausschaltbares Navi ein.

Dachten wir…

Tatsächlich gibt es zwei Fährterminals für die Fahrt von Fremantle nach Rottnest Island. Unser Navi führte uns nicht zu B-Shed, sondern nach Northport.

Dort kamen wir um 07:00 Uhr an. Als späteste Boarding-Zeit war 07:15 Uhr angegeben.

Am Northport-Terminal war allerdings alles abgeschlossen. Wir also mit Raketenantrieb zu B-Shed.

Dort sprang ich um 07:14 Uhr mit wedelnden Tickets aus dem Camper. Entgegen schaute mir eine sehr entspannte Crew.

Diese teilte meinem Mann dann auch gleich mit, dass er dort wo er steht, nicht parken könne ohne Strafe zu zahlen.

Also noch schnell umparken.

Nicht aufzufinden war allerdings das Portemonnaie. Mein Mann suchte alle Rucksäcke, samt Camper durch.

Anschließend musste ich ran – und fand es zum Glück.

Ich also zurück an den Steg, um im Notfall, das Schiff vom Ablegen abzuhalten.

Dort stand immer noch unverändert, die Crew, mittlerweile jeder mit einem Kaffee in der Hand.

Als mein Mann zwischen Campervan und Parkticketautomat mehrfach hin und her lief, schüttelte der Captain nur den Kopf und meinte mit einem faszinierten/ungläubigen Unterton: „He’s so stressed, he’s panicking“. Ich sach ja, den Australier bringt so schnell nichts aus der Ruhe. Die hätten sich im Zweifelsfall auch noch einen Kaffee geholt.

Abgelegt wurde erst, als wir auch endlich an Bord waren.

Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - Australien - Westküste - Rottest Island - Ich ganz entspannt

Rottnest Island ist eine kleine Insel direkt vor Perth und hat unfassbar süße Bewohner.

Quokkas – die angeblich glücklichsten Tiere der Welt, weil sie aussehen, als würden sie immer lächeln.

Ihr kennt bestimmt die berühmten Quokka-Selfies, die derzeit im Internet kursieren.

Auf der Insel angekommen, mieteten wir uns Fahrräder, um die Insel zu erkunden.

Ich weiß gar nicht mehr warum, aber wir entschieden uns für die Route um die komplette Insel,

mit einer Länge von 22 Kilometern.

Uns hat leider niemand vorgewarnt, dass es auf Rottnest Island nicht nur Täler, sondern hauptsächlich Berge gibt. Während sich der Großteil der Besucher in klimatisierten Bussen über die Insel kutschieren ließ, hechelten wir uns von Station zu Station. Mit halbleeren Reifen und drei Gängen waren die Räder auch wirklich gut geeignet…

Aaaaber, wir haben fast bis zum Ende durchgehalten. Zugegeben, an einem Berg haben wir schieben müssen. Schwung holen ging nicht mehr und mit zitternden Beinen fährt es sich so schlecht :-).

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Auf unserer Tour krabbelte ich unter jeden Busch, unter dem sich ein Quokka versteckt haben könnte.

Und tatsächlich, wir haben viele, viele, viele gesehen.

Auch wenn wir die Zahl von 8,000 – 10,000 aus dem Reiseführer nicht bestätigen können.

Ich habe mich direkt in die süßen Tierchen verliebt!

Zwar verloren sie schnell das Interesse, wenn sie merkten, dass wir sie im Gegensatz zu den meisten anderen Besuchern nicht füttern, aber das war gar nicht schlimm. Es gab ja genug :-).

Rottnest Island war aber nicht nur wegen den Quokkas schön.

Die Landschaft ist einfach atemberaubend.

Es gibt ruhige Strände die schön zum Schnorcheln und Schwimmen sind, aber auch Felsenküste mit hohen Wellen und jede Menge Schiffswracks, die unter Wasser erkundet werden können. In der Mitte der Insel liegen etliche Salzseen, die dafür sorgen, dass nur salztolerante Pflanzen wachsen. Ab und zu findet sich auch ein wenig Schatten.

Ich vermute, die Fahrradhelmpflicht wurde auf der Insel nicht eingeführt, wegen der gefährlichen Straßen, sondern eher als Hitzevorsichtsmaßnahme. Schon bei 28 °C hatten wir das Gefühl einen Sonnenstich zu bekommen, und laut den Einheimischen ist das eher schlechtes Wetter.

Auf geht es in den Yanchep Nationalpark.

Fernwehreiche Grüße,

eure Frau Reisehas

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