Liebe Mitreisenden,

die Zeit vergeht hier wie im Flug. Nach unserem Ausflug in die Innenstadt von Perth, fuhren wir am nächsten Tag nach Fremantle.

Diese Hafenstadt liegt direkt unterhalb von Perth, die Übergänge sind mittlerweile aber fließend.

Beim Reinfahren nach Fremantle habe ich mich gefragt, ob wir eine Zeitreise unternommen haben. Während in Perth viele moderne Häuser stehen und es jede Menge Hochhäuser gibt, sind die Häuser in Fremantle fast alle aus Holz.

Sie sind wunderschön mit Schnitzereien verziert und sehen so aus, wie ich mir die Städte im 19. Jahrhundert vorstelle.

Fremantle ist eine Künstlerstadt.

Das erkennt man nicht nur an den vielen Kunstateliers, sondern auch an den Menschen die hier herumlaufen und an der Atmosphäre.

Um die Studenten der Notre Dame Universität bei Laune zu halten, gibt es überall kleine Cafés, Kneipen und kleine Lädchen in denen man leicht ein paar Stunden verbringen kann.

Wir besuchten Fremantles ältestes Gebäude, das Round House, warfen einen Blick auf den Fischerhafen und genossen dann eine Live-Band in der Fußgängerzone.

Auch in Fremantle bekommt man die entspannte Art der Australier zu spüren.

Ich habe kaum jemanden gesehen, der ständig auf sein Handy schaut. Selbst die Studenten nicht. Stattdessen wird sich unterhalten, Kaffee getrunken oder Zeitung gelesen. Herrlich!

Die Top-Sehenswürdigkeit in Fremantle, das Gefängnis, wollten wir uns eigentlich nur von außen anschauen.

Wir waren der Meinung, dass mit Alcatraz in San Francisco unseren Gefängnis-Bedarf erstmal gedeckt war.

Da hatten wir aber nicht mit Sarah gerechnet.

Sie machte die „Doing Time“ Tour, die zehn Minuten nach unserer Ankunft beginnen sollte. Mit ihrer ansteckenden, lustigen Art überzeugte sie uns, uns das Gefängnis auch von innen anzuschauen.

Das Gefängnis wurde ab 1850 von insgesamt 10,000 Strafgefangenen aus England erbaut.

Eine kleine Anekdote: Die ersten 25 Strafgefangenen kamen an, bevor der Brief mit der Ankündigung, dass sie unterwegs sind, in Fremantle ankam. Das muss damals eine beschwerliche Reise von England nach Australien gewesen sein…

Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - Australien - Westküste - Fremantle - Gefängnis
Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - Australien - Westküste - Fremantle - Innenstadt
Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - Australien - Westküste - Fremantle - Innenstadt II

Das Gefängnis war noch bis 1991 in Betrieb und hatte Platz für 1000 männliche und knapp über 100 weibliche Gefangene.

Sarah meinte, das läge daran, dass wir Frauen einfach das besseren Geschlecht sind.

Ich lasse das einfach mal so stehen ;-).

Besonders aggressiven männlichen Gefangenen war es erlaubt die Wände ihrer Zellen zu bemalen. Diese Gemälde sind heute noch da und verursachen Gänsehaut. Besonders, als Sarah erzählte, dass bei einer Tour ein 8-jähriger Junge meinte:

„Das ist das Bild von meinem Opa!“.

Frau Reisehas - Reiseblog gegen Fernweh - Australien - Westküste - Fremantle - Jail II

Sarah hat es geschafft, uns mit ihren Stories in die Zeit von damals zu versetzen und uns überzeugt nicht immer allem touristischen den Rücken zu kehren.

Für den Tag bleib nur noch eins: Sich auf die süßen Quokkas freuen *yippieh*!

Fernwehreiche Grüße,

eure Frau Reisehas

Nur Fotos reichen dir nicht? Schau dir hier das Video zum Artikel an: